Landwirte helfen in der Krisensituation, Schäden auf den Feldern noch nicht bezifferbar
Nachdem Bedburg und Umgebung im Mai 2025 bereits von einem heftigen Hagelschauer mit Starkregen getroffen wurden, traf es die Region in der Nacht auf den heutigen Dienstag erneut. Der Deutsche Wetterdienst hatte seit 2 Uhr nachts bis zum Vormittag vor heftigen Starkregen gewarnt. Seit 11 Uhr ist nun die amtliche Unwetterwarnung für das Rheinland aufgehoben. Das jüngste Starkregenereignis sorgte im Rheinland insbesondere im Raum Bedburg im Rhein-Erft-Kreis und in Mönchengladbach mit teils über 130 l/m² Niederschlag in kurzer Zeit für erhebliche Schäden. Teilweise kamen über 40 l/m² in nur einer Stunde vom Himmel. Der WDR berichtete um 13 Uhr: „Zwischen Mitternacht und heute Vormittag ist in Teilen von NRW so viel Regen gefallen wie sonst im gesamten September üblich. In Mönchengladbach und Bedburg war es in wenigen Stunden sogar rund doppelt so viel wie die übliche Regenmenge des Monats.“
Diese Wassermassen führten zu Überlastung von Entwässerungssystemen, Sturzfluten und Bodenerosion. In Bedburg ist der Pützbach stark angestiegen – Einsatzkräfte pumpen seit heute Nacht Wasser aus Kellern und setzen Sandsäcke ein, um einige Ortsteile und die Innenstadt zu schützen. Eine ganze Siedlung steht unter Wasser.
Ebenso stark betroffen ist die dortige Landwirtschaft: Zu viel Regen fiel in kürzester Zeit auf die trockenen Böden, die die Wassermassen nicht aufnehmen konnten. Besonders Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Kohl, die erntereif auf den Feldern standen, sind nun überflutet. Die Qualität und Erntemengen sind akut gefährdet, da es zu großen Verlusten kommen kann, wenn die Kulturen zu lange unter Wasser stehen. Dies führt zu großer Unsicherheit bei den betroffenen Landwirten. Dennoch ist auf die örtliche Landwirtschaft Verlass: Viele Landwirtinnen und Landwirte unterstützen die Hilfsarbeiten tatkräftig mit Frontladern, Karren und Treckern.
Der Rheinischer Landwirtschafts-Verband (RLV) erklärte dazu: „Auffällig ist: Nur wenige Kilometer weiter fielen deutlich geringere Regenmengen – dort blieb die Lage fast unauffällig. Das zeigt: Wir erleben immer mehr lokale Extremwetter-Ereignisse – punktuell, heftig und kaum vorhersehbar.“ Für viele Betriebe sei ein Wetterereignis wie in den vergangenen Stunden in einzelnen Orten eine existenzielle Belastung. Zwar gibt es Mehrgefahrenversicherungen, doch nicht alle Schäden durch Starkregen sind abgesichert. Ohne Schutz drohen hohe wirtschaftliche Verluste.
RLV/ke