Start: Neue Wertschätzung von HF-Mastbullen

Foto: Annegret Keulen

Eine Trendwende in der Bewertung und Vermarktung von Holstein-Friesian-Bullen wollen Landwirte und Gastronomen sowie die Vertreter aus Beratung, Wissenschaft, Schlachtunternehmen und dem Handel gemeinsam einleiten. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten Veranstaltung zum Thema Qualitätsrindfleisch, zu dem Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette in Haus Düsse zusammenkamen. Annegret Keulen hat die Tagung, zu der die Landwirtschaftskammer NRW und die DLG eingeladen hatten, vergangene Woche besucht.

Mit einem Verbrauch von rund 9 kg pro Kopf und Jahr halte sich der Rindfleischabsatz in Deutschland auf einem stabilen Niveau, beschrieb Prof. Steffen Maak vom Forschungsinstitut für Nutztierbiologie Dummersdorf die Ausgangssituation. „Rindfleisch bleibt ein wichtiger Teil der Fleischerzeugung in Deutschland, denn mehr als 90 % der Bevölkerung isst weiterhin Fleisch“, betonte er.

Die Voraussetzungen für die Erzeugung von Qualitätsfleisch stufte der Wissenschaftler allerdings als ungünstig ein, da das derzeitige EUROP-Klassifizierungssystem die Schlachtkörperqualität, aber nicht die Fleischqualität honoriere. Neben Produktsicherheit, regionaler Herkunft und Preis spiele auch die sensorische Qualität von Fleisch eine immer größere Rolle. Allerdings ließen sich die sensorischen Qualitätseigenschaften wie Zartheit und Fettmarmorierung im Schlachthof teilweise nur mit Labormethoden ermitteln. Dass die Fleischqualität derzeit nicht am Schlachtband ermittelt werden könne, bestätigte auch Gunnar Rohwäder von der Tönnies Rind GmbH & Co. KG.

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