Startklar für die Weidesaison

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Die neue Weidesaison muss im Hinblick auf das Weidemanagement, das Parasitenmanagement und die Vorbereitung der Tiere gut geplant sein. Dazu sollte man wissen, welche und wie viele Tiere auf welche Weiden kommen. Um diese Entscheidungen besser fällen zu können, fasst Dr. Beate Streuff, Landwirtschaftskammer NRW, die wichtigsten Punkte zusammen.

 

Die Kontamination der Weide mit infektiösen Larven hängt von der Vornutzung ab. Am sichersten sind neu eingesäte Flächen. Aber auch Flächen, die im Vorjahr nur zur Schnittnutzung verwendet wurden, gelten als sicher. Bereits ein leicht höheres Risiko für Rinder haben Weiden, die im vorherigen Jahr ab August von Pferden oder Alttieren kleiner Wiederkäuer beweidet wurden oder in der zweiten Saisonhälfte nur noch der Schnittnutzung dienten, also nicht von Rindern beweidet worden sind. Möglichst sichere Weiden sind am besten geeignet für erstsömmrige Jungtiere.

 

Je später mit der Beweidung gestartet wird, desto geringer ist der Wurmdruck, da mehr und mehr Larven abgestorben sind. Zudem kann eine vorausgehende Schnittnutzung den Wurmdruck ebenfalls senken. Infektiöse Larvenstadien werden durch Trocknung oder Silierung abgetötet. Wenn aber der Zuwachs auf den Flächen noch gering und dadurch der Verbiss höher ist, können infektiöse Larven noch wahrscheinlicher aufgenommen werden. Bei feuchter Witterung sind die Larven zusätzlich an den Triebspitzen zu finden. In trockenen Perioden befinden sie sich eher in Bodennähe, um sich gegen die UV-Strahlung zu schützen. Daher empfiehlt es sich, die Tiere erst nach dem Trocknen des Taus auf die Weideflächen zu bringen.

 

Durch eine geringere Anzahl an Tieren auf der Fläche kann einer starken Belastung der Weidefläche grundsätzlich vorgebeugt und der Infektionsdruck gesenkt werden. Auch ein Wechsel alle 10 bis 14 Tage auf eine neue, bisher nicht beweidete Fläche kann den Infektionsdruck senken. Ebenfalls möglich ist das Fünf-Weiden-System. Hier wird mit einer sicheren Weide begonnen. Nach jeweils drei Wochen im Frühjahr oder zwei Wochen im Sommer werden die Weiden gewechselt. Eine erneute Beweidung sollte frühestens nach rund zwölf Wochen stattfinden. Dazwischen kann eine Schnittnutzung erfolgen.

 

Zum Beispiel durch partielle Auszäunungen von Stauwasser können Bereiche, die von den wasserliebenden Schnecken, die als Zwischenwirt für große Leberegel und kleine Pansenegel dienen, vermieden werden und so die Gefahr einer Infektion senken. Auch die Bereiche um die Tränken sollten möglichst trocken gehalten werden.

 

Parasitenmanagement

 

Durch regelmäßige Kotprobenuntersuchungen kann der Wurmdruck eingeschätzt werden. Die erste Kotprobe sollte frühestens drei bis vier Wochen nach Weideaustrieb vorgenommen werden. Eine Kotprobe vier bis zehn Wochen nach dem Austrieb ist sinnvoll. Wenn es möglich ist, sollte eine Sammelkotprobe jeweils aus einer Altersgruppe stammen.

 

Ebenfalls sollte auf Anzeichen einer Parasitose, wie Abmagerung, Durchfall, Leistungseinbußen, struppiges Fell oder Husten, am Tier geachtet werden. Modernes Parasitenmanagement beschränkt die antiparasitische Therapie genau auf diese Tiere.

 

Vorbereitung der Tiere

 

Die Tiere sollten zur Stärkung der körpereigenen Abwehr optimal mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt sein. Im Laufe der Weidesaison entwickeln sie eine Immunität, sodass die zweitsömmrigen Tiere besser vor schweren Erkrankungen geschützt sind und weniger Eier ausscheiden.

 

Bei Schafen wird die Fähigkeit einer starken Immunantwort auf einen Befall mit MDS vererbt, durch entsprechende Zucht kann also auf eine Wurmresistenz gezüchtet werden.

 

Es wird nicht empfohlen, prophylaktisch über die gesamte Weideperiode Boli zur Entwurmung einzugeben, da dadurch die Ausbildung einer Immunität verhindert wird. Gegebenenfalls ist ein Einsatz bei Rindern, die nicht umgetrieben werden und die die ganze Zeit auf einer verwurmten Standweide grasen, denkbar.

 

Ein Einsatz von Selenboli ist bei bekanntem Mangel durchaus empfehlenswert, da so auch in Selenmangelgebieten eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden kann. Allerdings muss beachtet werden, dass eine Überversorgung mit Selen ebenfalls dem Immunsystem schadet.