Streit aus der Welt schaffen

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Wenn zwei sich streiten, hilft manchmal ein Dritter. Wolfgang Heinrichs ist so jemand, denn er ist seit vielen Jahren in der Gemeinde Gangelt ehrenamtlich als Schiedsmann tätig. Wir haben ihn besucht, um zu erfahren, wie er helfen kann, Streit zu schlichten.

Über einen Nachbarn hat sich fast jeder schon mal geärgert. Wenn sich dieser Ärger nicht einfach runterschlucken lässt und der Verursacher uneinsichtig ist, gibt es die Möglichkeit, eine Schiedsperson einzuschalten. Die Einwohner von Gangelt können sich in solchen Fällen an Wolfgang Heinrichs wenden. Seit über 20 Jahren ist er in seiner Gemeinde ehrenamtlich als Schiedsmann tätig. „In den meisten Fällen geht es um Nachbarschaftsstreitigkeiten. Häufig um Hecken oder Bäume, die über die Grenze wachsen, oder um he­runterfallendes Laub“, berichtet der 74-Jährige. Auch Geruchsbelästigungen durch Dungstätten oder Silagemieten führen hin und wieder zu Streitigkeiten. „Das betrifft meistens private Tierhalter von Pferden oder Hühnern und seltener landwirtschaftliche Betriebe“, sagt Heinrichs.

Treten diese oder andere Konflikte auf, können sich Betroffene an den Schiedsmann wenden. „Zumindest wenn es Verfahren sind, die nur mit einem vorgeschalteten Schiedsverfahren in die Wege geleitet werden können. Das gilt für alle einfachen Strafsachen, die nicht durch die Staatsanwaltschaft verfolgt werden“, erklärt Heinrichs, der früher als Verwaltungsbeamter bei der Kreisverwaltung Heinsberg gearbeitet hat. Wenn sich jemand bei ihm meldet, versucht er zunächst, das Einverständnis für ein Gespräch mit der gegnerischen Seite zu bekommen und die Streitigkeit ohne offizielle Schiedsverhandlung zu schlichten. Gelingt das, handelt es sich um einen sogenannten Tür- und Angelfall. „Diese Fälle machen mit etwa 20 pro Jahr den Großteil meiner Tätigkeit aus“, berichtet Heinrichs.

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