Stroh auf dem Feld lassen oder verkaufen?

Foto: Lukas Otten

Bei der Abfuhr von Haupternteprodukten wie Getreidekorn, Kartoffeln, Raps oder Rüben verlassen Nährstoffe den Betrieb, die über eine bedarfsgerechte Düngung ersetzt werden müssen. Mit der Vermarktung von Nebenprodukten wie Getreidestroh werden zusätzliche Nährstoffe abgefahren. Warum der Strohverkauf aber auch Vorteile hat und wie dieser pflanzenbaulich einzuordnen ist, erklärt Lukas Otten, Landwirtschaftskammer NRW

 

Im Jahr 2023 wurden in NRW auf 583 000 ha Getreide angebaut, was mehr als der Hälfte der ackerbaulich genutzten Fläche entspricht. Winterweizen ist die häufigste Getreideart. Im Vergleich zum letzten Jahr fällt die Winterweizenfläche in diesem Jahr aufgrund der nassen Witterung im Herbst und Winter um 20 % geringer aus. Anstatt des Winterweizens wurden nun im Frühjahr Sommerungen, wie Sommerweizen, Mais oder auch Kartoffeln, ausgesät und gepflanzt. In den letzten Jahren pendelte sich ein durchschnittlicher Winterweizenertrag von 85 dt/ha ein.

 

Neben Winterweizen kommt der Wintergerste ebenfalls eine große Bedeutung zu, wodurch der Strohverkauf dieser beiden Getreidearten die größte Bedeutung hat. Betrachtet man nun den Strohmarkt der letzten beiden Jahre, waren die Strohpreise relativ stabil und liegen aktuell zwischen 8,50 und 10,50 €/dt ohne MwSt. für Großballen. Die reduzierte Anbaufläche an Wintergetreide kann sich auch auf den Strohpreis zur kommenden Ernte auswirken. Stroh von Winterweizen oder -gerste lässt sich durch Stroh von Sommergetreide nur bedingt ersetzen. Erstens sind die Korn- und Stroherträge niedriger und zweitens erfüllt das Stroh oftmals nicht die Qualitätsansprüche.

 

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