Die Milcherfassung durch Sammelstellen und Molkereiunternehmen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren weiter konzentriert. Dabei hat sich die Geschwindigkeit des Strukturwandels aber verlangsamt. Das geht aus Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hervor. Milchbauern aus dem In- und Ausland lieferten 2024 in Deutschland an 107 aufnehmende Molkereiunternehmen und 59 Sammelstellen. Gegenüber 2021, dem Jahr der letzten Erhebung, sank die Anzahl der Molkereien um drei und die der Sammelstellen um eine. Der Rückgang war von 2018 zu 2021 noch deutlich stärker gewesen, damals verringerte sich die Anzahl der aufnehmenden Molkereiunternehmen um fünf und die der Sammelstellen um 24.
Insgesamt lieferten 2024 die landwirtschaftlichen Erzeuger 32,2 Mio. t Rohmilch an diese Molkereiunternehmen und Sammelstellen. Die durchschnittliche Milchaufnahme stieg im Vergleich zum Jahr 2021 um 4,8 % auf 181 700 t. In Bezug auf die Produktion setzte sich der Trend weg von Konsummilch und hin zu anderen Frischmilcherzeugnissen fort. 2024 stellten im Vergleich zu 2021 acht Molkereien weniger rund 4 Mio. t Konsummilch her, ein Rückgang um 393 000 t. Hingegen produzierten 31 Unternehmen und damit fünf Unternehmen mehr rund 147 000 t zusätzlich an anderen Frischmilcherzeugnissen. Hierzu zählen Erzeugnisse aus Sahne, Buttermilch, Sauermilch, Kefir, Joghurt sowie Milchmischerzeugnisse und -getränke wie Kakao oder Eiskaffee. Diese Trends in der Produktion folgen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zufolge auch dem Konsumentenverhalten. Der Nachfragerückgang bei Konsummilch wird von der BLE als möglicher Grund für Werksschließungen gesehen. Die Zahl der Unternehmen, die Käse herstellen, ist laut den Zahlen des BZL 2024 um acht gesunken. Die Produktionsmenge ist jedoch um 85 000 t auf 2,5 Mio. t gestiegen. Auch Butterhersteller gibt es weniger, ihre Anzahl ist 2024 im Vergleich zum Jahr 2021 um fünf zurückgegangen.
AgE