Auf 750 bis 800 € je Hektar und Jahr beziffert eine Studie der Technischen Universität München (TUM) die Entlastung bei den Umwelt- und Klimafolgekosten durch den ökologischen Landbau. Bezogen auf die Öko-Fläche des Jahres 2021 von 1,8 Mio. ha entspräche das Kosteneinsparungen von rund 1,5 Mrd. €. Bei einem 30 %-Öko-Flächenanteil erhöhe sich diese Summe auf 4 Mrd. € jährlich. Die Studie basiert auf Untersuchungsergebnissen im deutschlandweiten Netzwerk von Pilotbetrieben und Ergebnissen von Dauerfeldexperimenten. Die Federführung lag bei Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der TUM. Öko-Verbände werteten die Studie als Rückenwind für den ökologischen Landbau und fordern Konsequenzen.
In die Berechnungen zu den monetären Vorzügen der Studie ist eine Reihe von positiven Umwelt- und Klimawirkungen des Öko-Landbaus eingegangen. Dazu zählen eine Reduzierung des Stickstoffeinsatzes um etwa 100 kg/ha und der Stickstoffüberschüsse auf unter 20 kg/ha, ferner eine Halbierung des Energieeinsatzes durch den Verzicht auf Mineraldüngerstickstoff und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sowie Humus- und Kohlenstoffanreicherung in Ackerböden durch vielfältige Fruchtfolgen mit Kleegras und organische Düngung. Hinzu kommen laut der Studie eine Halbierung der flächenbezogenen Treibhausgas-(THG)-Emissionen im ökologischen Pflanzenbau, eine THG-Minderung auch in der ökologischen Milchviehhaltung durch eine grundfutterorientierte Fütterung und den Verzicht auf Soja sowie eine nachhaltige Grünlandnutzung. Schließlich werden positive Effekte für die Biodiversität angeführt, etwa durch artenreiche Fruchtfolgen und den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel.
Die Studie thematisiert auch die niedrigeren Erträge im ökologischen gegenüber dem konventionellen Pflanzenbau, wobei die Ertragsdifferenzen je nach Standort, Fruchtart und Management den Autoren zufolge variieren. Dauerfeldexperimente und Ertragsanalysen in Pilotbetrieben zeigten jedoch, dass bei optimaler Nährstoffversorgung in ökologischen Fruchtfolgen hohe und stabile Energieerträge erzielt werden, die das mittlere Ertragsniveau konventioneller Fruchtfolgen erreichen könnten. Dennoch seien weitere Ertragssteigerungen im Öko-Landbau unabdingbar. Als Voraussetzung werden stärkere Investitionen in Forschung und Entwicklung genannt.
AgE