Studienfahrten ins Allgäu und in die Pfalz

Foto: Leon Becker

Ende Januar ging es für die Studierenden der Fachschule Köln-Auweiler wieder gemeinsam auf Studienfahrt. Die beiden Klassen mit dem Schwerpunkt Grünland- und Milchviehwirtschaft fuhren mit dem Bus nach Kempten ins Allgäu. Die Ackerbauklassen besuchten die Wein- und Gemüsebauregion in der Pfalz. Hier einige Eindrücke und Statements der Fachschülerinnen und Fachschüler.

 

Im Rahmen der Bildungsfahrt der Unterstufe 1, Fachschule für Agrarwirtschaft Köln-Auweiler, haben wir das Weingut Bechtel besucht. Der circa 50 ha große Weinanbau in Worms-Heppenheim wurde im Jahr 1752 von der Familie Bechtel gegründet und wird bis heute ausschließlich durch den Familienbetrieb vermarktet. Die Bewirtschaftung der Plantagen auf dem Betrieb erfolgt in moderner Mechanisierung. Zusätzlich bietet das Weingut Lohnarbeiten wie die Weinlese als Dienstleistung für umliegende Weinbaubetriebe an. Die bemerkenswerte Gastfreundschaft in familiärer Atmosphäre haben wir während unseres Besuchs sehr geschätzt. Während der Weinprobe in gemütlichem Ambiente erhielten wir einen Einblick in die ganze Bandbreite der regionalen Weine. Durch unseren Besuch haben wir nette Bekanntschaft mit Familie Bechtel geschlossen und freuen uns bereits auf ein Wiedersehen auf der diesjährigen Kölner Weinwoche im Mai.

 

Felix Thelen und Leon Becker

 

Viel Zeit und Geduld für unsere vielen Fragen zum Obstanbau nahm sich Georg Schneider, Betriebsleiter beim Betrieb Apfel Schneider in Edingen-Neckarhausen. Der familiengeführte Betrieb machte aus der Not eine Tugend, als im Zuge der Coronapandemie die Selbstpflücke bei Apfelbäumen ausprobiert wurde. Die Aktion wurde um schmackhafte Produkte wie Pulled-Pork-Burger ausgebaut und wird als lokales Highlight für die ganze Familie ausgesprochen gut angenommen. Der Familienstolz auf die erzeugten vielfältigen Produkte war für uns offenkundig. Insbesondere der belebende Obstbrand und der erfrischende rote Apfelsaft mit dem Namen Stiefkind wird uns in guter Erinnerung bleiben. Vielen Dank für Ihre Zeit!

 

Carola Marquardt und Hannes Glasmacher

 

Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Klaus Schneider, führte uns durch sein familiengeführtes Weingut Jesuitenhof in Dirmstein. Dem Ablauf des Weinanbaus folgend, fanden wir uns schließlich in gemütlicher Atmosphäre zur Weinverkostung ein. Kurzerhand bereicherten Klaus und Andrea Schneider unsere ungeübten Nasen und Gaumen mit der Welt der Weinsensorik und -verkostung. Besonders in Erinnerung bleiben die unterschiedlichen Geschmacksvielfalten gleicher Rebsorten, beeinflusst nur durch die Weinberglagen und die Gestaltung des Weinausbaus. Die spürbare Fürsorge und Verbundenheit zum eigenen Erzeugnis waren nicht zuletzt ansteckend und wir bedanken uns herzlich für die Gastfreundschaft auf dem Jesuitenhof.

 

Paul Dohmen und Marvin Bienias

 

Der letzte Programmpunkt unserer Studienfahrt brachte uns auf den familiengeführten Gemüsebaubetrieb Strauss in Lampertheim. Der junge Betriebsleiter in dritter Generation, Philipp Strauss, ermöglichte spannende Einblicke in die Produktion, Lagerung und Verpackung seiner vielfältigen Gemüsearten. Zwiebeln, Buschbohnen, Erbsen, Kohl, Spargel, Erdbeeren und weitere Kulturen auf über 450 ha Fläche zu kultivieren ist eine beachtliche Herausforderung. Wir nutzten die Gelegenheit, hinter die Abläufe der Organisation, Betriebsleitung und Vermarktung zu blicken. Gerne kommen wir bei Gelegenheit auf ein frisch gezapftes Softeis vorbei und bedanken uns bei der Familie Strauss für den offenen, herzlichen und inspirierenden Empfang.

 

Lukas Werheid, Jana Judenau und Valentin Leben

 

Die Studienfahrt war eine sehr gute Möglichkeit, unseren betrieblichen Horizont zu erweitern. Uns hat es sehr gut gefallen, dass die Betriebsleiter der besuchten Betriebe sehr offen waren und wir so Einblicke in die Allgäuer Milchviehhaltung erlangen konnten. Die Besichtigung der Besamungsstation in Memmingen oder das Traktorenwerk Deutz-Fahr in Lauingen gaben uns weitere Einblicke und Eindrücke. Insgesamt war es eine interessante Abwechslung vom herkömmlichen Alltag.

 

Jonas Frohn, Max Schumacher, Jan Schnöring und Max Hofmann

 

Wir fanden besonders interessant zu sehen, unter welchen Bedingungen Betriebe in den Alpen wirtschaften. Dabei stach für uns der Betrieb Besler he­­raus, der durch gutes Genetik-Management und mit reiner Heufütterung eine beeindruckende Milchleistung erzielt. Neu war für uns, dass die Milch zu 100 % in der eigenen Molkerei verarbeitet und der eigene Bergkäse auf verschiedenen Wegen ausschließlich selbst vermarktet wird.

 

Annalena Künne, Marius Witt, Raoul Hamacher und Ann-Kathrin Hinz

 

Bei B&B Umwelttechnik wurden uns viele interessante Bereiche gezeigt. Besonders die Arbeit an Schweißrobotoren, CNC-Fräsen und in der Lackiererei haben uns fasziniert.

 

Max Hielscher, Justus Münster, Max Lenzen, Thomas Werden und Jakob Müller

 

Montag war ein sehr lehrreicher und interessanter Tag für uns. Wir konnten das richtige Bergleben in den Alpen kennenlernen sowie die Herausforderungen und Chancen auf solch einem Betrieb mit eigener Käserei und Heumilchproduktion. Außerdem konnten wir vormittags live bei einer Kälberauktion vom Zuchtverband Pro Rind dabei sein. Dort werden wöchentlich 700 Mastkälber der Rassen Fleckvieh, Braunvieh, Kreuzungskälber und Holstein verkauft. Abends haben wir als Milchviehklassen den Tag in einem typisch bayerischen Brauhaus ausklingen lassen.

 

Richard Häck, Nina Jörgens, Christian Wellershaus, Finn Hettesheimer und Florian Pützer

 

Am Dienstag haben wir das neue Deutz-Fahr-Werk in Lauingen besichtigt. Der Tag begann mit einer freundlichen Begrüßung in der Ausstellungshalle bei einer Tasse Kaffee. Danach bekamen wir im eigenen Heimkino interessante Einblicke in die Betriebsgeschichte des SDF-Konzerns. Weiter ging es mit einer Besichtigung des neu gebauten Werks und der Produktions- und Lagerhallen. Dieses Werk ist das modernste Traktorenwerk Europas. Die Autonomität und Größe des Werks waren sehr beeindruckend. Nach dem gemeinsamen Mittagessen durften wir noch vier verschiedene Traktoren Probe fahren. Wir bedanken uns bei der Firma Deutz für diesen interessanten Einblick und die Gastfreundlichkeit.

 

Lukas Berger, Peter Viedenz, Simon Platner, Anna Lena Honert und Christian Büenfeld

 

Am 31. Januar besuchten wir die Besamungsstation RBG in Memmingen. Nachdem uns über die Arbeit in der Station berichtet wurde, hatten wir die Möglichkeit, einige der Besamungsbullen auf dem Bullwalk zu betrachten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es auf den Betrieb Brader in Dickenreishausen. Auf diesem hatten wir neben der Besichtigung der Stallgebäude die Möglichkeit, einige Töchter der Braunvieh-Besamungsbullen der RGB Memmingen zu sehen.

 

Sophie Dederichs, Max Leide, Christof Linke und Lea Müller

 

Zuerst waren wir auf dem Betrieb Berghof Babel, welcher aufgrund seiner öffentlichen Präsenz bekannt ist. Auf dem Betrieb konnten wir die Maschinen, wie ein Doppelmesser-Mähwerk, anschauen und bekamen dessen Vorteile erläutert. Danach ging es in den Milchviehstall, wo uns viel über die Heuration erklärt wurde. Uns wurde das Verfahren der Heutrocknung in der neuen Heuhalle mit Heutrocknungsanlage erklärt. Danach wurden uns die Hofkäserei und Brauerei gezeigt – mit anschließender Verköstigung und Mittagessen. Als Abschluss der Exkursion fuhren wir zu der bekannten Allgäu Brennerei, wo wir an einer umfassenden Führung mit anschließender Probierrunde teilnehmen durften.

 

Jan Konstantin Klement, Philipp Rateike, Tim Schlürscheid und Marco Däinghaus