Technik für Tradition

Foto: Saskia Wietmann

Politische Töne auf dem Feldtag in Linnich

 

„Wettbewerbsfähig bleiben wir nur, wenn wir beim technischen Fortschritt ganz vorne mit dabei sind und so auch bestmöglich die gesellschaftlichen Anforderungen erfüllen“, unterstrich Bernhard Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Rübenbauer-Verbands (RRV), beim Technikfeldtag am Donnerstag vergangener Woche. Neben der Landwirtschaftskammer und dem Zuckerunternehmen Pfeifer & Langen ist der RRV einer der drei Partner in der ARGE Zuckerrübenanbau Rheinland, die die Veranstaltung auf dem Betrieb von Alois Keutmann in Linnich ausgerichtet hat. Über 800 Besucher lockte der Branchentreff an, der zum ersten Mal nach der Coronapandemie wieder in Präsenz stattfand und den Fokus vor allem auf Anbau und Pflege gelegt hat.

 

Und die sind nicht gering, wie auch Kammerpräsident Karl Werring und Dr. Martin Berges, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV), bei der Eröffnung einhellig unterstrichen. Wie Werring ausführte, werden derzeit in NRW knapp 45 000 ha Kartoffeln angebaut und über 50 000 ha Zuckerrüben. Die Bedeutung des Sektors spiegele sich aber nicht allein in diesen Zahlen wider, sondern auch in ihrem Beitrag zur regionalen Wertschöpfung durch eine großteils regionale Verarbeitung. Dr. Berges charakterisierte Zuckerrüben und Kartoffeln daher als „zwei Kulturen, die tief in der regionalen Ackerbautradition verankert sind und eine herausragende Rolle für das Land NRW” spielen.

 

An Herausforderungen identifizierten die Redner nicht nur das Auftreten neuer Schädlinge wie die Schilf-Glasflügelzikade und die von ihr übertragenen Krankheitserreger, den Mangel an geeigneten Bekämpfungsverfahren sowie das erklärte Ziel, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verringern. Angesichts des Klimawandels bedürfe es auch entsprechender Lösungen für die beiden beregnungswürdigen Kulturen. Dr. Berges machte in dem Zusammenhang auch auf mögliche Nutzungskonflikte bei den Wasserrechten aufmerksam. Hier müsse man sich Gedanken über effiziente Lösungen machen.

 

Dr. Berges gab sich allerdings überzeugt, dass die Herausforderungen zwar groß sind, aber ebenso groß sei das „Potenzial, das in innovativen Lösungen, moderner Technik und dem Wissen der Praktikerinnen und Praktiker liegt“. Gastgeber Alois Keutmann stellte in dem Zusammenhang auch fest, dass die „KI (künstliche Intelligenz) in der Praxis angekommen ist” und es sich „nicht um Spielzeuge handelt”. Wo die Möglichkeiten und Grenzen von KI und autonomen Systemen, aber auch von konventionellen Lösungen liegen, das konnten die Besucherinnen und Besucher anschließend bei den Vorführungen im Feld und an den Informationsständen erfahren.

 

Mehr Informationen darüber gibt es in der LZ 21-2025 ab S. 16.

 

ds