EU-Landwirtschaftsausschuss berät über Entwurf seines Berichts zur Nutztierhaltung
Die Agrarpolitiker unter den EU-Parlamentariern sind sich einig: die Tierhalter in der Europäischen Union müssen besser unterstützt werden. Keine gemeinsame Linie hat der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments hingegen in Bezug auf die Rolle der intensiven Tierhaltung gefunden. Grundlage der Debatte war der Entwurf des Berichts, den der Ausschuss über die Sicherung einer nachhaltigen Zukunft des Viehsektors der EU vorbereitet.
Der zuständige Berichterstatter Carlo Fidanza von der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) erklärte, dass Tierhalter mit steigenden Kosten, Wettbewerb aus Drittstaaten mit niedrigeren Standards und instabilen Preisen zu kämpfen hätten. Ziel müsse es sein, Tierhaltern ein würdiges Einkommen zu ermöglichen. Außerdem warb er darum, die Tierhaltung nicht primär als Problem, sondern auch als Möglichkeit für den Umweltschutz zu sehen. Eine deutliche Reduktion des Tierbestands würde Fidanza zufolge die Ernährungsautonomie der EU riskieren und Millionen Arbeitsplätze kosten. Außerdem prangerte der EKR-Politiker eine gegen den Konsum tierischer Nahrungsmittel gerichtete Ideologie an und warnte vor hoch verarbeiteten Fleischalternativen. Konkret forderte er einen Fonds für die Tierseuchenbekämpfung, entschiedeneres Vorgehen gegen große Beutegreifer und eine hochrangige Gruppe Tierhaltung. Für ideologische Konflikte zwischen extensiver und intensiver Tierhaltung sieht Fidanza keine Notwendigkeit. Beide würden benötigt.
Die Schattenberichterstatterin der EVP-Fraktion, Jessika Van Leeuwen, warnte vor einer rein pflanzlichen Ernährung, insbesondere für Kinder, schwangere, stillende und ältere Menschen. Als zentrale Herausforderung für die Viehhaltung nannte sie den Generationenwechsel. Ihr Fraktionskollege Herbert Dorfmann forderte höhere Zahlungen für die oft extensive Tierhaltung in Bergregionen. Der Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) warb bei den Parlamentariern für extensive Weidetierhaltung und deutliche finanzielle Anreize in Form von pro Kopf Prämien.
AgE