Ein schlechtes Zeugnis stellt der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG), Volker Bruns, der Großen Koalition bei der angestrebten Weiterentwicklung der Tierhaltung aus. „Wir könnten beim Bau von Tierwohlställen schon deutlich weiter sein“, sagt Bruns im Interview mit Agra-Europe. Er spricht im Zusammenhang mit dem Streit um eine dringend notwendige Novelle des Baurechts von unnötigen und nicht zu rechtfertigenden politischen Hakeleien. Damit würden Bekenntnisse zu mehr Tierwohl von den Verantwortlichen selbst ad absurdum geführt. Enttäuscht zeigt sich der BLG-Vorsitzende von der fehlenden Umsetzung des Borchert-Konzepts, dessen Grundidee „richtig und realisierbar“ sei. Nachdem Zeit verspielt worden sei, werde es an der neuen Bundesregierung liegen, so schnell wie möglich die Empfehlungen umzusetzen. Mit einer gewissen Sorge beobachtet Bruns die Tendenz, dass der Bund zunehmend eigene, kurzfristige Förderprogramme auflegt und nennt als Beispiele das 300-Mio-Euro-Programm für Sauenhalter und das Investitionsprogramm Landwirtschaft: „Dafür mag es politische Gründe geben, einer kohärenten Förderung dient es nicht.“ Besser sei es, solche Programme in die Agrarinvestitionsförderung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) einzubinden.