Bei einem Treffen mit Vertretern der niedersächsischen Agrarwirtschaft und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir in Berlin betonte der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil, am Freitag der Vorwoche das große Interesse der Landesregierung an einem erfolgreichen Umbau der Nutztierhaltung hin zu umwelt- und tiergerechten, „aber auch ökonomisch tragfähigen Haltungssystemen“. „Grundlegende Veränderungen kosten Geld und die Tierhaltungsbetriebe müssen sicher sein können, für höherwertige Produkte auch höhere Preise erzielen zu können“, erklärte der SPD-Politiker nach der Zusammenkunft, an der auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte teilnahm. Weil betonte zudem, dass die Betriebe Planungssicherheit benötigten. Bundesminister Özdemir bezeichnete das soeben in Kraft getretene Tierhaltungskennzeichnungsgesetz als Dreh- und Angelpunkt im Bemühen der Bundesregierung, die Tierhaltung zukunftsfest aufzustellen. Noch im Herbst werde man die nächsten Schritte gehen, etwa bei der Ausweitung auf die Außer-Haus-Verpflegung, kündigte der Grünen-Politiker an. Über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren werde man Stallumbauten fördern und finanzielle Unterstützung leisten, um die Mehrkosten für eine tiergerechtere Haltung zu tragen. Özdemir räumte erneut ein, dass die bereitgestellte „Tierwohl-Milliarde“ nicht ausreichen werde. Die Ampelfraktionen arbeiteten derzeit an einer dauerhaften Finanzierung. Mit knapp 7 Mio. Tieren ist Niedersachsen laut Viehzählung vom November 2022 noch vor NRW das Bundesland mit dem größten Schweinebestand in Deutschland.