In der Milchviehhaltung sind gesunde und fitte Kälber das Ziel. Zum einen, weil sich sich so gesunde und leistungsstarke Rinder und Kühe heranziehen lassen und zum anderen, weil man sich einiges an Arbeit, Frust und Kosten ersparen kann, wenn die Tiere nicht an klassischen Krankheiten wie Durchfall oder Atemwegserkrankungen erkranken. Worauf es bei der Kälberaufzucht ankommt, erklärt Dr. Cordula Koch, Landwirtschaftskammer NRW.
Für eine optimale Vorbereitung der Kuh auf die Geburt ist eine genaue Kenntnis des Abkalbedatums wichtig. Voraussetzung dafür sind ein gutes Besamungsmanagement sowie regelmäßige Trächtigkeitskontrollen. Rund sechs bis acht Wochen vor der Abkalbung sollten die Tiere trockengestellt und in ein gesondertes Stallabteil verbracht werden, in dem die Kühe auch entsprechend der fehlenden Milchleistung energieärmer gefüttert werden.
Um die Kalbung zu erleichtern, dürfen die Kühe nicht zu fett in die Abkalbung gehen. Zur Abkalbung sollte der Body-Condition-Score zwischen 3,25 und 3,75 liegen, nach der Abkalbung darf der Wert um nicht mehr als 0,75 absinken. Gehen die Tiere zu fett in die Geburtsphase, ist die Belastung durch die einsetzende Laktation zu groß und es kann zu massiven Stoffwechselpro
blemen wie starker Ketose, Festliegen oder auch zu Labmagenverlagerungen kommen.
Die Mutterkuh sollte möglichst mehrere Monate Gelegenheit gehabt haben, Antikörper gegen die bestandsspezifische Keimflora zu bilden. Das heißt, sie sollte über einen längeren Zeitraum bereits in ein und demselben Stall gewesen sein. Werden hochtragende Tiere zugekauft, ist das nicht der Fall – ebenso bei Färsen, die erst kurz vor dem Kalben umgestallt werden.
Der eigens eingerichtete Abkalbebereich ist regelmäßig zu entmisten, zu reinigen und zu desinfizieren. Nur so können Krankheitskeime wie die klassischen Durchfallerreger Rota, Corona, Kryptosporidien und E. Coli eliminiert werden. Wird der Abkalbebereich nicht gereinigt, bleiben die Krankheitserreger erhalten und jedes Kalb, das in diesem Bereich geboren wird, infiziert sich wieder neu. Für die Desinfektion der Flächen stehen Desinfektionsmittel laut DVG-Liste zur Verfügung.
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