Tod in vertrauter Umgebung

Foto: Annegret Keulen

Stress beim Separieren von der Herde, Stress beim Verladen auf einen fremden Hänger, Stress bei der Ankunft am Schlachtbetrieb. All das bleibt dem Rind bei der teilmobilen Schlachtung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb erspart. Welche Vorschriften beachtet werden müssen und wie das Verfahren für alle Beteiligten schonend erfolgen kann, darum ging es in einer Infoveranstaltung am 31. August in Haus Düsse. Annegret Keulen hat an dem Seminar des Netzwerks Fokus Tierwohl für die LZ teilgenommen.

Bei der teilmobilen Schlachtung fänden folgende zwei Schritte des Schlachtprozesses am Hof oder auf der Weide statt: die Betäubung durch Bolzen- oder Kugelschuss und die Tötung durch Entbluten des Tieres, erläuterte Lea Trampenau, Inhaberin der Firma ISS-Innovative Schlachtsysteme in Lüneburg. Statt eines lebenden Tieres wird dann das tote Tier für die weitere Verarbeitung und Zerlegung in ein zugelassenes Schlachtunternehmen transportiert. Dieses Konzept verbessere einerseits den Tierschutz und darüber hinaus wirke sich die Stressvermeidung auch positiv auf die Fleischqualität aus, beschrieb die Referentin die Vorteile.

Rinder, die saisonal im Stall leben, werden in der Regel am Hof geschlachtet. Für die Betäubung ist hier der Bolzenschuss vorgesehen. Tiere, die ganzjährig auf der Weide gehalten werden, zum Beispiel Extensivrassen in Naturschutzprojekten, dürfen mit dem Kugelschuss betäubt werden. Nach dem anschließenden Bruststich können die Tiere liegend oder hängend entbluten.

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