Der Agrarmarktexperte Dr. Klaus-Dieter Schumacher geht davon aus, dass Deutschland einen Teil seiner traditionellen Exportmärkte für Weizen aufgrund niedriger Eiweißgehalte durch verschärfte Düngeregeln verlieren wird. „Dies wird aber wohl erst in zwei, drei Jahren richtig spürbar werden, wenn die Stickstoffvorräte in den Böden aufgebraucht sind“, prognostiziert Schumacher. Und noch viel größere „Gefahr“ drohe, wenn die Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Union zum Tragen komme. Je nach Ausgestaltung könnte es dann sogar so weit kommen, dass Deutschland von einem Nettoausfuhrland zu einem Nettoeinfuhrland von Weizen werde, warnt Schumacher. „Wir würden dann den Ackerbau-Gunststandort Deutschland aufgeben und Produktionsnotwendigkeiten in Regionen auslösen, die deutlich weniger nachhaltig als wir Weizen erzeugen können“, gibt der Berater zu bedenken. Die wichtigste Frage bleibe dabei wohl, wie stark der Fleischverbrauch tatsächlich sinken werde – mit der entsprechenden Konsequenz einer deutlich abnehmenden Nachfrage nach Futterweizen.