Fast kein anderes Gebiet in der Landwirtschaft wird so emotional diskutiert wie der chemische Pflanzenschutz. Dabei stellt sich für viele Praktiker aktuell die Frage, ob sich der finanzielle Aufwand für eine neue Spritze überhaupt noch lohnt. Harald Kramer, Landwirtschaftskammer NRW, gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Pflanzenschutz.
Bei der steigenden Weltbevölkerung und dem permanenten Schwund an landwirtschaftlicher Nutzfläche müssen die verbleibenden Flächen weiterhin die Ernährung sicherstellen. Doch wo befinden sich die Hauptstellschrauben in den Anbausystemen, um die Erträge zu sichern, ohne dabei Aspekte wie Umwelt und Nachhaltigkeit außen vor zu lassen? Vor diesem Hintergrund gewinnen Bereiche wie Hacktechnik, Bandspritzung oder künstliche Intelligenz enorm an Bedeutung. Die Praxis steht an der Schwelle, den ohnehin schon sehr exakten Pflanzenschutz noch exakter zu gestalten.
Die Kombination von mechanischer Unkrautbekämpfung und Bandspritztechnik in Reihenkulturen bietet ein immenses Potenzial an Einsparung von Pflanzenschutzmitteln sowie neue Chancen im Resistenzmanagement. Auch verbesserte Prognosemodelle, eng gekoppelt an die Ausbringtechnik mit verbesserten Sensoren, Applikationskarten, künstlicher Intelligenz, Programmen und Düsentechniken, können die Landwirtschaft noch besser und nachhaltiger für die Zukunft aufstellen. Auch die bessere oder erweiterte Auslastung der Feldspritze über Elektronik oder Flüssigdüngerausbringung bietet dem Praktiker viele neue Möglichkeiten, die es beim Neukauf zu bedenken gilt.
Mehr in LZ 8-2024 ab S. 40