Die lang anhaltende Hitze und Trockenheit im Sommer setzt den Lagersorten mehr zu als den Früh- oder Anschlusssorten. Diese brauchen oft im Juli und August noch gute Wachstumsbedingungen, um Ertrag und Knollendicke zu produzieren. Fehlen diese guten Bedingungen und werden sie nicht durch Beregnung ausgeglichen, können die Lagersorten ihr Wachstumspotenzial nicht ausnutzen. Was das für die einzelnen Sorten heißt und wie sie mit den Bedingungen zurechtkamen, erläutert Peter Lövenich, Landwirtschaftskammer NRW.
Pflanzenbaulich kann man das Anbaujahr 2022 mit den Jahren 2018 bis 2020 vergleichen. Vereinzelt wurden in den Frühkartoffelgebieten am Niederrhein bereits Mitte Februar die ersten Kartoffeln gelegt. Dabei handelte es sich aber ausschließlich um Folienware. Ab Mitte März erlaubte die Wetterlage ein weiteres Auspflanzen und neben der Folienware wurde auch schon erste Freilandware ausgepflanzt.
Da die freundliche, aber auch kühle Witterung bis in die dritte Märzwoche anhielt, war man geneigt, auch schon Lagerware auszupflanzen. Von der Praxis wird immer wieder angeführt, dass Frühpflanzungen ertraglich im Vorteil wären. Das stimmt aber nur dann, wenn die Folgewitterung auch für die weitere Kartoffelentwicklung günstig ist. Sonst haben Frühpflanzungen bei witterungsbedingtem langsamen Auflauf oft unter bodenbürtigen Krankheiten zu leiden.
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