Über Grenzen hinausgeblickt

Foto: Katrin John

„Wir haben in den letzten Wochen demonstriert, damit die Jugend ein Fundament hat, um weiter wirtschaften zu können“, betonte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), in seinem Grußwort zum Auftakt des 14. Rheinischen Junglandwirtetags. Er freute sich über das Interesse der Teilnehmer, die sich am vergangenen Wochenende auf der DEULA in Kempen eingefunden hatten, an der Agrarpolitik. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Rheinischen Landjugend (RLJ) gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Landjugend Nordrhein (LAG) und dem RLV. Angesichts der im Juni anstehenden Europawahl lautete das Motto in diesem Jahr „Landwirt sein in der EU – Was bedeutet das?“.

 

Über Agrarpolitik auf EU-Ebene berichtete der erste Referent des Tages, Florian Dalstein, aus erster Hand. Er leitet das Büro des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Brüssel und ist so als „verlängerter Arm der Berliner Geschäftsstelle“ dort im Einsatz, wo über die Fahrpläne für die Zukunft Europas entschieden wird. Dalstein erläuterte kurz die Grundzüge der EU-Politik mit dem Zusammenspiel aus EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Rat und berichtete dann über die Arbeit des DBV in Brüssel. „Wir beobachten die Agenda der Kommission und laufende Debatten“, erläuterte er. Das seien die Grundlagen für die Entwicklung einer Strategie, um Einfluss auf politische Prozesse und die Erstellung von Gesetzestexten zu nehmen. „Wir schreiben dann einen sogenannten Änderungskatalog mit Vorschlägen, um Gesetzestexte praxis-tauglich abzuändern, und reden darüber anschließend mit den Entscheidungsträgern“, erklärte der DBV-Mitarbeiter. Am Beispiel der Verordnung zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR), die vor kurzem von der Präsidentin der EU-Kommission Dr. Ursula von der Leyen beerdigt wurde, erläuterte Dalstein das Vorgehen des DBV in Brüssel. „Wir waren schon, bevor der Verordnungsvorschlag am 22. Juni 2022 veröffentlicht wurde, mit der Kommission im Austausch.“ Dann habe der Verband ein Musterfeedback geschrieben, das Landwirte an die Kommission schicken konnten. „Dadurch haben wir erreicht, dass die Kommission schon frühzeitig infrage gestellt hat, ob die Maßnahmen nicht über das hi­­nausschießen, was in der Praxis leistbar ist“, erläuterte der Leiter des DBV-Büros in Brüssel.

 

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