Die Realität in der Landwirtschaft und das Bild, das Laien davon haben, klaffen heute weit auseinander. Die Tierhalter machen große Anstrengungen, um den Nutztieren ein möglichst würdiges Leben zu bereiten. Die Wahrnehmung in der Bevölkerung ist aber aus vielerlei Gründen eine andere. Sachliches Informieren reicht nicht, um Verbraucher zu überzeugen.
„Möglichkeiten und Grenzen der Vermittlung von Informationen über Tierhaltung“ lautete das Thema eines Online-Seminars, das Mitte Juli vom Hans Eisenmann-Forum für Agrarwissenschaften (HEF) der TU München veranstaltet wurde. Der Referent Dr. agr. Johannes Simons vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn ist Agrarökonom und seit Jahren in der Markt- und Konsumentenforschung tätig.
Wie Menschen Informationen einordnen, hängt maßgeblich von ihrem Erfahrungshintergrund und Wissensstand ab. „Verbraucher sind keine Fachleute beim Thema Landwirtschaft und Nutztierhaltung“, gab Simons zu bedenken. Dennoch hätten die allermeisten eine Meinung: So werde die wahrgenommene Form der Nutztierhaltung als sehr verbesserungswürdig eingestuft. Entscheidend sei hier: es geht um Wahrnehmung, nicht um Objektivität. Wie der Redner erläuterte, speist sich der Erfahrungshintergrund der Laien unter anderem aus TV-Serien mit idyllischen Bauernhöfen als Sehnsuchtsorten, aus Schlagzeilen wie „Chlorhühnchen“ oder „Gift im Essen“ sowie aus der pauschalen Einordnung von „gut“ und „schlecht“ beim Thema Landwirtschaft.
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