Laut BÖLW legen die Erlöse um 5,7% auf nun 17 Mrd. € zu
Der deutsche Bio-Lebensmittelmarkt verzeichnete im Jahr 2024 einen deutlichen Umsatzzuwachs. Wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am Dienstag vergangener Woche mitteilte, erzielte die Branche einen Jahreserlös von 17 Mrd. € – ein Plus von 5,7 % im Vergleich zum Vorjahr.
Laut den BÖLW-Zahlen, die der Verband auf der Branchenleitmesse Biofach in Nürnberg präsentierte, wuchs der Sektor damit stärker als im Jahr zuvor. Im Jahr 2023 hatte das Umsatzwachstum noch bei 5 % gelegen. Nach Einschätzung von Diana Schaack, Marktanalystin bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), ist der jüngste Zuwachs vor allem auf eine gesteigerte Absatzmenge zurückzuführen. Im Jahr davor war das Wachstum hauptsächlich durch höhere Preise getrieben worden.
Die BÖLW-Vorstandsvorsitzende Tina Andres wertet das Umsatzplus als Erfolg. Trotz der gesamtwirtschaftlichen Flaute fänden die Verbraucher immer wieder den Weg zurück zu Bio, betonte sie bei der Vorstellung der Zahlen. Gleichwohl warnte Andres davor, dass das Angebot an heimischen Bioprodukten der Nachfrage zunehmend hinterherhinke. „Wir können nicht zulassen, dass der zweitgrößte Biomarkt der Welt zu einem Importmarkt wird“, betonte Andres. Dadurch würden wertvolle Chancen für die heimische Landwirtschaft verspielt, so die BÖLW-Vorstandsvorsitzende.
Aufgeschlüsselt nach Vertriebsschienen erzielte der Lebensmitteleinzelhandel – einschließlich Discounter und Drogerien – mit Abstand den größten Umsatzanteil. Laut BÖLW erwirtschaftete der LEH im Jahr 2024 einen Umsatz von 11,67 Mrd. € und damit rund zwei Drittel des gesamten Branchenumsatzes. Mit einem Wachstum von 7,9 % legte diese Gruppe zudem überdurchschnittlich stark zu. Auf Platz zwei rangiert der klassische Naturkostfachhandel, der mit einem Marktanteil von 19 % einen Erlös von rund 3,26 Mrd. € erzielte. Das Wachstum fiel mit 3,5 % jedoch weniger dynamisch aus. Die Gruppe der sonstigen Einkaufsstätten – darunter Bäckereien, Metzgereien und Wochenmärkte – verzeichnete hingegen einen Umsatzrückgang von 2,4 %. Ihr Gesamterlös sank 2024 auf 2,07 Mrd. €, was einem Marktanteil von nun 12 % entspricht.
AgE