Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) hat ihre Mitglieder in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden angesichts der attraktiven Kontraktpreise für Verarbeitungskartoffeln vor einer übermäßigen Anbauausweitung für die kommende Ernte gewarnt. Wie die Vereinigung im belgischen Gembloux erklärte, könnten die Erzeuger von Pflanzgut sowie von Speise- und Stärkekartoffeln im laufenden Jahr einen Teil ihrer Fläche für den Anbau von Verarbeitungsware für die Pommes- und Chipsindustrie umwidmen. In der Folge wäre ein beträchtliches Ungleichgewicht am gesamten Kartoffelmarkt zu befürchten. Der NEPG zufolge sind die Kosten für die Pflanzgutproduktion deutlich gestiegen, während es keine Anzeichen für eine höhere Zahlungsbereitschaft der Käufer gebe. Dies könnte insgesamt zu einer Einschränkung der betreffenden Fläche um mindestens 5 000 ha und damit zu einer deutlich rückläufigen Pflanzkartoffelerzeugung in der Saison 2023/24 führen. Für das Frühjahr 2024 sei dann mit Engpässen zu rechnen. Dieses Problem müsse vom gesamten Sektor rechtzeitig angegangen werden. Als wichtigsten Auslöser für die aktuelle Preishausse führt die NEPG die deutlich ausgeweiteten Kapazitäten für die Kartoffelverarbeitung an. Indes sei der Neubau weiterer Fabriken geplant. Der Rohstoffbedarf der Industrie in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden an freier Ware sei für den Rest der noch laufenden Vermarktungssaison hoch, berichtete die Organisation.