Unterdurchschnittliche Rübenernten

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Eher mager stellen sich die Ernteaussichten der Zuckerrübenerzeuger sowohl in Deutschland als auch in Frankreich zu Beginn der Kampagne 2019/ 2020 dar. Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) rechnet mit einer hiesigen Zuckererzeugung lediglich auf dem Niveau des Dürrejahres 2018. Damit bestätigten sich die Befürchtungen der Branche, erklärte die WVZ am Dienstag vergangener Woche in Berlin. Laut ihrer ersten Ernte- und Erzeugungsschätzung für 2019 werden sich die Rübenanlieferungen bundesweit auf insgesamt 26,19 Mio. t belaufen und damit nur der Vorjahresmenge entsprechen. Dabei wird von einer Anbaufläche in einem Umfang von knapp 375 400 ha ausgegangen, was laut WVZ gegenüber 2018 eine Einschränkung um etwa 15 000 ha bedeutet. Der durchschnittliche Zuckerrübenertrag wird von der Vereinigung auf 69,8 t/ha geschätzt, der mittlere Zuckergehalt auf 18,2 %; daraus leitet sich eine Zuckerproduktion von 4,26 Mio. t ab. Die erwartete Zuckererzeugung liegt laut WVZ auf dem Niveau des Dürrejahres 2018.

Südzucker und Nordzucker vergangene Woche gestartet: Sowohl die Südzucker AG als auch die Nordzucker AG haben den Startschuss für die diesjährige Zuckerrübenkampagne gegeben. Wie der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer (VSZ) in Ochsenfurt mitteilte, begann die Verarbeitung am Montag vergangener Woche in den Südzucker-Fabriken in Plattling und in Rain am Lech. Die sieben anderen deutschen Werke von Südzucker sollen im Verlauf dieser Woche mit der Produktion starten. Der VSZ geht davon aus, dass der Rübenertrag in Süddeutschland zum zweiten Mal in Folge deutlich unter dem langjährigen Mittel liegen werde. Am Donnerstag vergangener Woche begann die Verarbeitung im polnischen Nordzucker-Werk Chełmža. Wie der Konzern mitteilte, soll die Produktion bis zum 8. Oktober an allen europäischen Standorten angelaufen sein. Eine vorgelagerte Dicksaftkampagne im Werk Nordstemmen hatte bereits am Montag vergangener Woche begonnen. Nordzucker rechnet für den gesamten Konzern im Schnitt mit einem Ertrag auf dem Vorjahresniveau.

Rheinland startet in dieser Woche: Im Rheinland hat die Rübenkampagne in dieser Woche begonnen. Der Startschuss fiel am Mittwoch für die Zuckerfabrik Jülich. Kampagnestart in den Zuckerrübenfabriken Euskirchen und Appeldorn ist am 30. September. Die Ertragserwartungen liegen nach Angaben des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes (RRV) deutlich unter dem fünfjährigen Mittel. Wie im vergangenen Jahr gibt es je nach Niederschlagssituation wieder große standortspezifische Ertragsunterschiede. Der RRV geht von Rübenerträgen aus, die leicht über dem Durchschnittsertrag des vergangenen Jahres von 61,6 t/ha liegen.