Unternehmensgewinne stagnieren

Foto: imago/Wirestock

Haupterwerbsbetriebe erzielten 2024/25 im Schnitt 78 500

 

Die Unternehmensgewinne der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe stagnieren. Das zeigt der jetzt aktualisierte Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Danach erwirtschafteten die Haupterwerbsbetriebe 2024/25 im Durchschnitt quer über alle Rechtsformen einen Gewinn von 78 500 €. Das sind 0,4 % mehr als im Wirtschaftsjahr davor. Der Anstieg liegt damit klar unter der allgemeinen Teuerung. In Einzelbetrieben, der häufigsten Rechtsform in der deutschen Landwirtschaft, steht dieser Betrag zur Vergütung der nicht entlohnten Familienarbeitskräfte und des eingesetzten Eigenkapitals zur Verfügung. Zudem muss daraus die Finanzierung von existenzsichernden Neuinvestitionen getragen werden. Abgesehen von der Milcherzeugung haben dem Bauernverband zufolge zuletzt nahezu alle Betriebsformen einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

 

Bauernpräsident Joachim Rukwied sprach bei Vorstellung des Berichts von „nicht zufriedenstellenden“ Ergebnissen. Ein massiver Einbruch bei den Erzeugerpreisen, etwa beim Weizen oder der Butter, treffe auf einen Anstieg der Lohnkosten, wodurch der Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe steige, warnte Rukwied. Ohne einen echten Politikwechsel drohe sich der Strukturwandel zu beschleunigen.

 

Aufgeschlüsselt nach Betriebsformen zeigt sich, dass Ackerbauern 2024/25 im Schnitt 50 794 € verdienten und damit 35,8 % weniger als noch im Wirtschaftsjahr davor. Futterbau- und Milchbetriebe verbesserten dafür ihr Ergebnis deutlich um 46,2 % auf durchschnittlich 115 301 €. Auch Mutterkuhhalter und Rindermäster in der Kategorie „Sonstige Futterbaubetriebe“ konnten Zunahmen verzeichnen. Ihr Betriebsergebnis lag im abgelaufenen Wirtschaftsjahr bei durchschnittlich 43 529 €, was knapp ein Fünftel über dem Ergebnis von 2023/24 lag. Nach einem guten Wirtschaftsjahr 2023/24 mussten Veredelungsbetriebe zuletzt wieder Gewinnrückgänge hinnehmen. Die Betriebsergebnisse lagen 2024/25 im Schnitt bei 98 469 €; das waren 28,1 % weniger als im Wirtschaftsjahr davor.

 

Rukwied hat in Reaktion auf die vorgelegten Zahlen abermals für umfassende Reformen plädiert. Im Fokus müsse die Wirtschafts- und Wettbewerbsfähigkeit stehen, forderte der Bauernpräsident. „Die Politik muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit stärken, Bürokratie abbauen und Leistungen für Klima-, Biodiversitäts- und Tierwohl angemessen honorieren“, erklärte er.

 

AgE