Die Bürgerinitiative „Nationalpark Reichswald“ hat in den letzten drei Monaten über 17 000 Unterschriften gesammelt und am Montag vergangener Woche im Kreishaus Kleve übergeben. Für ein Bürgerbegehren benötigt wurden mindestens 10 601 Unterschriften, was 4 % der Wahlberechtigten des Kreises entspricht. Die Zahl der Unterschriften ist der Bürgerinitiative zufolge ein überzeugender Nachweis dafür, wie stark die Klever Bürger die Idee eines Nationalparks im Reichswald unterstützen, aber auch, wie sehr sie die Möglichkeit dieser politischen Teilhabe wertschätzen. „Es hätten sogar noch viel mehr Unterschriften sein können, denn auch viele Menschen, die nicht im Kreis Kleve wohnen, sondern nur zu Besuch waren oder hier ihren Urlaub verbringen, somit aber nicht wahlberechtigt sind, hätten das Begehren gerne unterstützt“, teilte die Initiative mit. Sie hofft nun, dass der Kreistag angesichts dieser Beteiligung am Bürgerbegehren seine ablehnende Haltung gegenüber einer Bewerbung als Nationalpark überdenkt, vor allem da die Konkurrenten bereits aus dem Verfahren ausgeschieden sind.
In einer Sitzung am 23. April hatte sich der Klever Kreistag mit einfacher Mehrheit gegen eine Bewerbung des Reichswalds als zweiten NRW-Nationalpark entschieden. Sollte der Kreistag dem Nationalpark Reichswald jetzt weiterhin entgegenwirken, will die Bürgerinitiative einen Bürgerentscheid beantragen. Wenn es zu diesem Entscheid kommt, reicht eine einfache Mehrheit aus. Allerdings muss die Zahl der abgegebenen Ja-Stimmen mindestens 15 % der Wahlberechtigten umfassen. Ausgehend von den Wahlberechtigten bei der letzten Kommunalwahl würde die benötigte Anzahl an Ja-Stimmen rund 39 750 betragen.
kj