Ursache bleibt unklar

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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist nahezu zeitgleich in zwei landwirtschaftlichen Betrieben ausgebrochen und hat in einem Fall einen weiten Sprung in den Westen Deutschlands gemacht. Wie die LZ vergangene Woche berichtete, wurde die Seuche in einem Betrieb mit 280 Sauen und rund 1 500 Ferkeln in der Gemeinde Emsbüren des Landkreises Emsland sowie in einem Schweinemastbestand mit rund 1 300 Masttieren in der Uckermark nachgewiesen. In beiden Fällen wurden die Bestände gekeult sowie Sperrzonen eingerichtet. Im Fall des Emsländer ­Unternehmens erstreckt sich diese auch auf Gebiete des angrenzenden Landkreises Grafschaft Bentheim. In diesem Gebiet liegen 296 Schweinebetriebe, in denen insgesamt rund 190 000 Schweine gehalten werden.

Bislang ist es nicht zu weiteren Ausbrüchen der ASP gekommen. Auch die Stichproben des Kontaktbetriebs im Raum Freren, der kurz vor dem ASP-Ausbruch von dem Sauenbetrieb in Emsbüren Ferkel bezogen hatte, waren negativ. Trotzdem wurden die Schweine vorsorglich getötet. Die Eintragsquelle der ASP ist noch unklar. Nach wie vor nicht geklärt ist, wie das Virus so weit nach Westniedersachsen gelangt ist.

„Weckruf an alle Betriebe“

Der Vizepräsident des niedersächsischen Landvolkverbandes, Jörn Ehlers, zeigte sich von dem ASP-Ausbruch in dieser Gegend überrascht. Gegenüber Agra-Europe (AgE) stellte Ehlers fest, dass er angesichts der in der Schwarzwildpopulation näher rückenden Seuche eher mit einem Fall eines infizierten Wildschweins in Niedersachsen gerechnet hätte. Insofern sei der ASP-Ausbruch in einem Betrieb durchaus unerwartet gekommen, obwohl die Gefahr eines punktuellen Eintrags schon immer bestanden habe. Ungeachtet dessen bezeichnete die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast den Ausbruch als „Weckruf an alle Betriebe“. Sie hofft, dass es bei dem Einzelfall bleibt, mahnte aber die sorgfältige Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen an. Der agrarpolitische Sprecher der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, Hermann Grupe, sieht die Landesregierung in Hannover jetzt in der Pflicht, alles zu tun, um das Seuchengeschehen einzugrenzen. Dazu müsse schnellstens der Infektionsweg aufgeklärt werden. Alle Maßnahmen müssten zentral koordiniert werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche in Niedersachsen zu verhindern, forderte Grupe.

Neue Restriktionen drohen

Mit Blick auf die gleich in zwei deutschen Regionen wieder aufgeflammte Seuche rief auch Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Schweinehalter zu höchster Wachsamkeit auf. „Die Biosicherheit muss höchste Priorität haben“, betonte Backhaus vergangene Woche in Schwerin. Alle Versuche, die ASP in den Wildschweinbeständen zum Stehen zu bringen, nützten wenig, wenn nicht konsequent die Hygienemaßnahmen in den Betrieben eingehalten würden. Der Minister geht davon aus, dass die erneuten Seuchenfälle zu neuen Restriktionen führen werden. Dies werde die ohnehin ­angeschlagene Schweinehaltung in Deutschland, aber auch die betroffenen Landkreise weiter belasten. Backhaus rief die Bundesregierung daher auf, die  Länder im Kampf gegen die ASP stärker zu unterstützen, „damit die Schweinehaltung in Deutschland eine Zukunft behält“.

AgE/el