Die zu Beginn des letzten Jahres aufgerufenen Rekord-Vertragspreise für Veredlungskartoffeln der Ernte 2023 haben viele Landwirtinnen und Landwirte zu umfangreicheren Kontraktabschlüssen verführt. Was im ersten Moment gut und sinnvoll aussah, wird sich möglicherweise mittelfristig rächen. Der freie Markt ist mangels nur geringer nicht kontrahierter Mengen damit quasi ausgeschaltet. Hans Jürgen Hölzmann wirft einen Blick auf die aktuelle Situation.
Die Nachfrage nach freier Ware war traditionell während und nach der Haupternte gering und die Gebote entsprechend niedrig. Es zeigt sich jedoch, dass die freien Preise für Kontrakte und Lieferungen im Frühjahr jetzt schon anziehen und in den nächsten Monaten noch deutlicher nach oben tendieren, was bei der letztjährigen insgesamt durchschnittlichen Erntemenge durchaus angemessen erscheint. Doch wie sieht es mit der Markttransparenz aus? Welche sind die vorhandenen, funktionierenden Vermarktungsinstrumente?
Am Kassamarkt gibt es keine transparenten und marktgerechten Notierungen für Forward-Konditionen, lediglich prompte Notierungen werden von einzelnen Organisationen veröffentlicht. Dabei spielen jedoch die individuellen Interessen der Käufer und Verkäufer eine große Rolle, wobei die Käufer aufgrund der starken Konzentration auf wenige Teilnehmer bestimmend sind. Die Verkäufer haben kaum eine Lobby und müssen auf die gebotenen Konditionen eingehen – zum Glück aufgrund der in den letzten Jahren stark wachsenden Märkte für Fritten eine nicht unangenehme Position. Was aber passiert, wenn der Absatz stagniert oder sich gar rückläufig entwickelt und gleichzeitig die Produktionsrisiken steigen?
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