Verluste trotz vieler Kühe

Auch große und effizient wirtschaftende Milchviehbetriebe in den Niederlanden und Dänemark können in der gegenwärtigen Marktkrise ihre Produktionskosten nicht decken. Darauf hat vergangene Woche der European Milk Board (EMB) hingewiesen und dabei betont, dass große Betriebsstrukturen keinen Schutz vor Verlusten böten. Der EMB stützt sich bei seinen Aussagen auf eine aktuelle Studie des Büros für Agrarsoziologie (BAL), nach der die Erzeuger in den Niederlanden im vergangenen Jahr bei einem durchschnittlichen Preis von 30,75 Cent und Produktionskosten von 44,50 Cent je Kilogramm Milch ein Defizit von fast 14 Cent im Mittel verzeichneten. Zwar hätten die Großbetriebe mit durchschnittlich 231 Kühen und Produktionskosten von 40,25 Cent/kg besser als der Durchschnitt abgeschnitten, doch auch bei ihnen hätten rund 25 % zur Kostendeckung gefehlt. Kaum besser sah es laut EMB in Dänemark aus. Weil die ­Milcherzeugerpreise im Jahr 2016 ­weiter nachgegeben hätten, habe sich dieses Missverhältnis noch verschärft, und zwar für alle Milchbauern in der EU, so der EMB. Notwendig seien deshalb schnelle Lösungen, um die durch Übermengen erzeugte Preiskrise in den Griff zu bekommen. Der EMB forderte deshalb erneut ein System der freiwilligen Liefermengenbegrenzung, wofür die Erzeuger einen finanziellen Ausgleich erhalten sollten.