Versorgungssicherheit in Krisenzeiten

Foto: Simone Kühnreich

Bei einem Vor-Ort-Besuch von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gewährten Landwirtinnen und Landwirte aus NRW am Montag dieser Woche auf dem Meyerhof in Willich einen Blick hinter die Kulissen der Lebensmittelerzeugung. Eingeladen hatte das Aktionsbündnis Ländlicher Raum – im Fokus stand das Thema Versorgungssicherheit.

Die wichtigste Botschaft lautete: Die Bauern sorgen zuverlässig dafür, dass die Regale voll bleiben und die Menschen genug zu essen haben. „Hamsterkäufe sind nicht nötig“, betonte Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Aber es wurden auch Sorgen um die weitere Entwicklung deutlich. „Angesichts des Kriegs in der Ukraine stehen wir mit täglich steigenden Produktionskosten wirtschaftlich unter Druck – und müssen unserer Rolle als Ernährungssicherer mehr denn je gerecht werden“, erklärte Conzen. Keine leichte Situation für die rheinische Landwirtschaft. Zwar ist NRW in Sachen Eigenversorgung als drittgrößtes Agrarland in Deutschland gut aufgestellt. „Doch wir tragen eine Mitverantwortung, die über die Grenzen unseres Bundeslandes hi­­nausgeht. Auch wenn wir aus NRW he­­raus nicht den Hunger in der Welt besiegen können, sollten wir jeden möglichen Beitrag zur Lebensmittelerzeugung leisten.“ Kein Verständnis zeigte der RLV-Präsident für die Entscheidungen auf Bundesebene. Am Freitag der vergangenen Woche hatte sich der Bundesrat auf Betreiben des Bundeslandwirtschaftsministeriums gegen die auch aus NRW unterstützte Freigabe der Ökologischen Vorrangflächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln ausgesprochen. Das sei eine vertane Chance, so der RLV-Präsident.