Durch eine Schneise, die extra für den Besuch in den Mais geschlagen wurde, führten die Vertreter der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und Landwirt Franz-Josef Telohe am Mittwoch vergangener Woche die Journalisten und Politiker rein ins Geschehen. Gut geschützt liegt mitten im Acker ein Kiebitzfenster, in dem sich nicht nur der seltene Vogel wohlfühlt. Begrüßt wurden die Besucher von einem Fasan und auch verschiedene Finkenarten tummelten sich über der Blühfläche in der Luft. „Man sieht auch, dass Hasen hier waren“,
erklärte Amelie Hassel, Projektmitarbeiterin der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Das rund 10 000 m² große Kiebitzfenster besteht zur Hälfte aus Blühfläche und zur anderen Hälfte aus Ackerbrache. Damit soll sowohl das Brutrevier als auch die angrenzende Nahrungsfläche für die Kiebitze und ihre Mitbewohner zur Verfügung gestellt werden. „Wir sind sehr zufrieden, wie die Fläche angenommen wird“, unterstrich Amelie Hassel. Es sei von Vorteil, dass diese Blühfläche versteckt stehe, da so die Tiere ihre Ruhe hätten und beispielsweise nicht durch Spaziergänger mit Hunden gestört würden. Es sei wichtig, sichtbare Blühstreifen zu haben, um der Bevölkerung das Engagement zu zeigen, waren sich die Mitarbeiter der Stiftung und Landwirt Telohe einig. Er machte seinen Berufskollegen Mut, auch vermehrt auf Fenster in der Fläche zu setzen, da diese den Tieren noch mehr zugutekämen.
Ausgewählt worden war der Standort nach einem Monitoring, das an dieser Stelle einen Vorzugsraum identifiziert hatte. Der Rhein-Sieg-Kreis hatte ein Konzept zur Förderung der Arten der offenen Feldflur im Bereich Niederkassel und Troisdorf in Auftrag gegeben. Neben dem jetzt präsentierten Kiebitzfenster wurden dieses Jahr in Niederkassel 180 Feldlerchenfenster sowie 22 ha blühende Zwischenfrüchte und mehr als 3 ha Blühstreifen von insgesamt neun Landwirten erfolgreich umgesetzt. Bereits seit 2016 berät und unterstützt die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft die Niederkasseler Landwirte im Rahmen des Projektes „Naturschutzberatung im Rhein-Sieg-Kreis“ bei der Umsetzung verschiedener Naturschutzmaßnahmen. Im Fokus stehen dabei die Förderung Feldlerche, Rebhuhn, Feldhase und Kiebitz. Kathrin Ernsting