Viel gesehen und gelernt

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Von Hamminkeln in die Welt – Steffen Krebbing hat ein achtmonatiges Auslandspraktikum in den USA gemacht. Von April bis Dezember vergangenen Jahres ging es für den 20-jährigen Landwirtssohn nach Loretto im Bundesstaat Kentucky auf die Peterson Farm. Eines gleich vorweg, sein Fazit fällt überaus positiv aus: „Ich hatte eine wunderbare Zeit. Ich hab vieles gesehen, neue Dinge gelernt und Erfahrungen gesammelt, die ich so wohl nie gesammelt hätte. Es war einfach nur megaschön!“

8 000 ha groß ist die Peterson Farm und ein reiner Ackerbaubetrieb mit Anbau von nicht gentechnisch verändertem Mais, Weizen, Sojabohnen, einer kleinen Menge Heierloom-Mais sowie mit Hanf-Verarbeitung. „Der Betrieb war hoch technologisiert. Wir haben alle Arbeiten per App verfolgt und damit auch dokumentiert. Ich habe die App noch auf meinem Handy und kann in Echtzeit sehen, auf welchem Schlag sich gerade etwas tut“, berichtet Steffen Krebbing, der als gelernter Land- und Baumaschinen- Mechatroniker bei der Firma Pechtheyden Landtechnik in Rees arbeitet und von einem Milchviehbetrieb stammt. Besonders beeindruckt hat ihn, dass auf der Farm allein fünf Angestellte nur für die Bodenbegutachtung, also Bodenproben, Bestandskontrolle, Pflanzenschutzmitteleinsatz und vieles mehr, zuständig waren. „Jeder Schlag wird genau untersucht und wenn etwas nachträglich beispielsweise noch gegrubbert werden muss, dann wird nur die spezielle Ecke und nicht der ganze Acker bearbeitet“, betont er. Die Bodenbearbeitung wurde von rund 15 bis 20 Personen durchgeführt. Auch die Ernteergebnisse seien sehr gut ausgefallen, für amerikanische Verhältnisse, mit 6 t Weizen pro ha. „Die Peterson Farm hat mehrere Auszeichnungen als bester Betrieb in Kentucky erhalten. Das hohe Niveau, die Qualität und die präzise Arbeit hat man sofort wahrgenommen“, sagt er.

Was war das Beste? „Ich habe unheimlich nette Leute kennengelernt. Sie sind sehr entgegenkommend und es ist wirklich ein schönes Arbeiten“, freut er sich. Zu seinen Tätigkeiten gehörten alle Feldarbeiten und das Reparieren und Warten der Landmaschinen.

Und welche Erfahrung hat er mit nach Hause auf den elterlichen Betrieb genommen? „Auf der Peterson Farm wurde nie in derselben Flucht gearbeitet, sondern immer 30 Grad versetzt, zum Beispiel beim Säen oder Grubbern. So kann man die Maschinen voll auslasten. Das gefällt mir gut“, zieht er Bilanz.

Während des Praktikums hat Steffen Krebbing das Filmen für sich entdeckt. „Ich habe mir einen Action-Camcorder sowie eine Drohne gekauft und damit alle Feldarbeiten gefilmt. Das hat sehr viel Spaß gemacht und der Betrieb hat mich dabei voll unterstützt und mir Zeit dafür eingeräumt“, sagt er. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Auf seinem Facebook-Account kann man die Maisernte und vieles mehr wie in einem spannenden Action-Film verfolgen.

Für Steffen Krebbing ist klar: Er will noch mehr von der Welt entdecken. Die nächste Reise geht nach Neuseeland. Auch dort möchte er das Arbeiten in der Landwirtschaft und mit den Landmaschinen kennenlernen. Zurzeit organisiert er alles dazu. „Ich habe einen tollen Arbeitgeber, der mich für die Auslandspraktika freistellt. Ich freue mich sehr, dass mir das ermöglicht wird“, sagt er abschließend und empfiehlt jedem, auch einmal über den Tellerrand zu schauen und ein Auslandspraktikum zu machen. ah