Vieles denkbar

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Mehr tun und weniger dafür bekommen – so in etwa lassen sich Auswirkungen der Beschlüsse zur Gemeinsamen Agrarpolitik Europas (GAP) beschreiben. Die Basisprämie fällt niedriger aus und auch die Erfüllung von Eco-Schemes wird kaum dazu führen, dass landwirtschaftliche Betriebe künftig so viel Geld aus der ersten Säule erhalten wie bisher. Im Durchschnitt 50 % des Einkommens stammten bislang aus diesen Zahlungen. Darauf wies Präsident Bernhard Conzen vergangene Woche in Kalkar hin. Dorthin hatte der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) die Delegierten geladen, um gemeinsam am Bildschirm den Deutschen Bauerntag zu verfolgen und mit Politikern auszuloten, wo es auf regionaler Ebene Ansatzpunkte gibt, um Einkommenseinbußen infolge der GAP aufzufangen.

So stand in der Diskussion mit den Landtagsabgeordneten Dr. Ralf Nolten (CDU) und Norwich Rüße (Grüne) vor allem im Mittelpunkt, welche Maßnahmen in der zweiten Säule einkommenswirksam für die hiesigen Betriebe gestaltet werden könnten. Generell waren sich die beiden einig über dieses Ziel. Nolten regte an, im Bereich Naturschutzprogramme auch einmal andere Wege zu gehen. 25 Jahre lang habe man nicht damit experimentiert, wie andere Anreize geschaffen werden könnten, um die Landwirte zu motivieren. „Die Instrumente sind nicht weiterentwickelt worden“, bemängelte er. Nolten plädierte dafür, ein „Zielerreichungszuschläge“ einzuführen, um anhand des Erfolgs Landwirte zu honorieren. Auch Rüße befürwortete eine Stärkung der Anreize. Es müsse auch darum gehen, nicht nur erlittene Verluste auszugleichen, und „es muss sich lohnen, in ein Programm einzusteigen“. Am Ende ergab sich zwar kein eindeutiges Bild, mit welchen Maßnahmen im Detail künftig ein Einkommensausgleich für die landwirtschaftlichen Betriebe in NRW erzielt werden kann. Deutlich wurde dafür aber eines: Was immer das Land an Programmen auflegt, das Wichtigste für die Landwirte ist Verlässlichkeit. Das sei, so Conzen, „das Thema schlechthin“.

ds