Vielfältige Erwartungen an die Zukunftskommission Landwirtschaft

Foto: imago images/photothek

Die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Zukunftskommission Landwirtschaft sind deutlich geworden, noch bevor das 32-köpfige Gremium unter Leitung des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Peter Strohschneider, seine Arbeit aufgenommen hat. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und weitere Verbände aus dem Agrarbereich äußerten anlässlich des Kabinettsbeschlusses zur Einsetzung der Kommission in der vergangenen Woche die Erwartung auf einen gesellschaftlichen Konsens über eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft.

Pochen auf Agrarwende

Demgegenüber bekräftigten Umweltverbände ihre Forderung nach einer Agrarwende und übten zum Teil harsche Kritik an den derzeitigen Verhältnissen in der Landwirtschaft. Bundesagrarministerin Julia Klöckner erhofft sich von der Kommission praxistaugliche Empfehlungen für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft. Ihre Umweltkollegin Svenja Schulze erhofft sich neben „einem starken Impuls für mehr Tierwohl in der Landwirtschaft“ einen Konsens für eine Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die Kommission soll laut Kabinettsbeschluss bereits im Herbst einen Zwischenbericht vorlegen. Der Abschlussbericht wird für „Frühsommer 2021“ in Aussicht gestellt.

Inhaltliche Schwerpunkte

Die Einrichtung einer Zukunftskommission Landwirtschaft ist ein wesentliches Ergebnis des sogenannten „Agrargipfels“ Ende vergangenen Jahres im Bundeskanzleramt. Zu diesem hatte Regierungschefin Dr. Angela Merkel als Reaktion auf die bundesweiten Bauernproteste im vergangenen Herbst die Vertreter von Verbänden und Organisationen aus der Land- und Agrarwirtschaft eingeladen. Als inhaltliche Schwerpunkte der Zukunftskommission nennt die Bundesregierung die Themen „Agrarpolitik der Zukunft“ mit den Stichworten GAP und Agrarförderung, ferner „Ökonomische Tragfähigkeit der Landwirtschaft“, „Landwirtschaft und Umwelt“, „Landwirtschaft und Klimaschutz“ sowie „Zukunft der Tierhaltung“. AgE