Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Bettina Stark-Watzinger hält die Grüne Gentechnik für eine „riesige Chance“. Geneditierte Pflanzen „können uns bei allem helfen“, sagte die FDP-Politikerin in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit Blick auf den Klimawandel, den Artenschwund und die Welternährung. „Konsumenten werden wir ohnehin irgendwann, davon bin ich überzeugt“, schrieb sie im Nachgang auf Twitter und betonte damit ihre Interviewaussage, dass sie die Technologie nicht nur nutzen, sondern auch gestalten wolle. Die Ministerin verwies gegenüber der FAZ auf die geplante Novellierung des EU-Gentechnikrechts und forderte: „Das Gentechnikrecht muss innovationsfreundlicher und wissenschaftsbasiert werden.“ Die Liberale berichtete, dass die Bundesregierung über das Thema diskutiere. Zwar räumte sie ein, bisher keinen Konsens gefunden zu haben, aber sie nehme „durchaus eine Öffnung wahr“. Damit spielte sie auf die Haltung der Grünen an. Laut Stark-Watzinger können die großen globalen Herausforderungen nur mit Wissenschaft und Innovation gelöst werden.
Dennoch gehe es ihr nicht um einen „Freibrief für die Gentechnik“. Es gebe Risiken und die müssten reguliert werden; trotzdem überzeugten sie die Vorteile der Genschere. Potenziale sieht die Forschungsministerin dabei auch für den Ökolandbau. Biotechnologie könnte den ökologischen Zielen dadurch dienen, dass so Flächenverbrauch und Pflanzenschutzmitteleinsatz reduziert werden könnten.