Von Christklotz, Julbaum und Middewinterhorn

Foto: Sylt Marketing, Maren Jessen

Das Weihnachtsfest und die Adventswochen sind eng mit alten Sitten und Bräuchen verbunden. In den einzelnen Bundesländern haben sich über Jahrhunderte teils unterschiedliche Traditionen herausgebildet, die mit der eigenen Identität der Region verbunden sind. Etliche wurzeln im bäuerlichen Milieu aus heidnischer Zeit. Wir stellen weihnachtliche Bräuche in Deutschland vor.

 

In der Rangskala der Familienfeste steht Weihnachten an erster Stelle. Dabei behaupten sich rund um die Feierlichkeiten nach wie vor Gewohnheiten und Rituale, die seit Generationen überliefert sind. Ein Blick in die Vergangenheit: Das Weihnachtsfest als Geburt Jesu ist das jüngste Fest in der Kirchengeschichte. In der ersten Christenheit wurde es an unterschiedlichen Daten gefeiert, bis es im vierten Jahrhundert in der römischen Kirche auf den 25. Dezember festgelegt wurde. Erst eine Mainzer Synode machte das Christgeburtsfest im Jahr 813 für das Frankenreich und damit für Mitteleuropa verbindlich.

 

Dabei gab es die Tendenz, die bereits vor Einführung des Christentums entstandenen Feierlichkeiten zu Ehren der heidnischen Götter und der Sonne – wie Winter- und Lichtbräuche – nicht einfach auszulöschen, sondern ins christliche Gedankengut zu integrieren. So wurde in den nördlichen Landschaften lange die Sitte des Julklotzes hochgehalten. Auch in der Eifel, an Sieg und Lahn war der Brauch vorhanden. Bereits im 12. Jahrhundert wird der Julklotz oder Christblock als Abgabe der Bauern an den Pfarrer erwähnt. Ein weiterer Christblockbrauch ist ebenfalls überliefert: Man legte um die Zeit der Wintersonnenwende oder spätestens an Weihnachten einen Wurzelstock ins offene Feuer und beschüttete ihn rechtzeitig mit Wasser, damit er nicht völlig verbrannte, sondern nur verkohlte. „In dieses ‚heilige‘ Holz gingen nun die Kräfte der allbeseelten winterlichen Rauhnacht ein. Der Wurzelstock gewann an Zauberwirkung. Man verwahrte ihn das ganze Jahr über auf dem Speicher, damit die Mäuse nicht das Korn fraßen. Auch schützte sein Vorhandensein gegen Blitzschlag, Brand und Diebstahl“, schreibt Geschichtswissenschaftler Dr. Herbert Maas (1928–2014) in seinem 1978 erschienenen Buch „Alte deutsche Weihnachtsbräuche“.

 

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