Russlands Landwirtschaftsministerium will den Zuckerherstellern im eigenen Land nun vorschreiben, wieviel Ware im Einzelnen pro Werk erzeugt und an den Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden muss. Damit reagierte das Ressort auf Beschwerden des Einzelhandels, dass die Zuckerproduzenten Ende März dieses Jahres zu wenig Ware geliefert hätten. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am Dienstag vergangener Woche berichtete, kritisierte auf der anderen Seite der Verband der russischen Zuckererzeuger (Sojusrossakhar), dass die Einzelhändler ein künstliches Zuckerdefizit durch Vorratskäufe geschaffen hätten. Das Forschungsinstitut für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) gab zu bedenken, dass die Zuckerhersteller gleichzeitig langfristige Lieferkontrakte mit Lebensmittelherstellern erfüllen müssten. Der russische Verband des Lebensmitteleinzelhandels (ACORT) hatte bereits im Januar 2021 gewarnt, dass die staatliche Preisfixierung für Zucker unter den Produktionskosten den Verkauf der Ware auf dem heimischen Markt unprofitabel machen könnte. Analysten zufolge dürften die Zuckerhersteller unter solchen Rahmenbedingungen eher den Export anstreben.