Vorteile der eigenen Getreidelagerung

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Die Frage nach der Rentabilität der Getreidelagerung ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten. Es spielen viele betriebsindividuelle Faktoren eine Rolle, die die Antwort der Frage beeinflussen. Hans Jürgen Hölzmann gibt einen Überblick.

 

Im Gegensatz zur Kartoffellagerung stellt die Lagerung von Getreide geringere Anforderungen an das Gebäude und die notwendige Technik. Daher ist es möglich, die Kosten im Griff zu halten. Es ist jedoch zu beachten, dass die Erschließung des Lagergrundstücks, zum Beispiel Zuwegung, Strom oder Wasser, im Verhältnis zum Baukörper hohe Kosten verursachen kann und daher der Auswahl des optimalen Standorts oder der Lagerart große Bedeutung zukommt. Um einen verstärkten Nutzen aus der Lagerung zu ziehen, ist zudem auch ein verstärktes Vermarktungs-Know-how der Betriebsleitung erforderlich.

 

Getreide muss in jedem Fall gelagert werden, da die Brötchen nicht alle an einem Tag nach der Ernte gebacken werden und sich die Verarbeitung des Getreides über ein ganzes Jahr verteilt. Folglich entstehen in jedem Fall Lagerkosten.

 

Gründe für die Lagerung

 

Es stellt sich nur die Frage, wer am günstigsten lagern kann und wer davon den größten Vorteil hat. Angesichts der immer größeren Mähdrescher und der kürzeren Zeitspanne für einen optimalen Drusch ist eine hohe Schlagkraft im Abtransport und in der Einlagerung des Ernteguts gefordert. Hier hat ein eigenes Lager aufgrund der Nähe zu den Betriebsflächen und vor allem aufgrund der Entladelogistik oftmals enorme Vorteile. Bei der Konzeption des Lagers ist besonders auf die Erfassungskapazität zu achten. An dieser Stelle sollte nicht unnötig gespart werden. Eine Anlieferung zu einem Erfasser, sei es auch durch eine Fremdspedition, kostet genauso wie der vielleicht nicht optimale Zeitpunkt oder die Schnelligkeit des Abtransports einiges an Geld. Der Hauptgrund für eine eigene Lagerung ist jedoch die vielfach schlechtere Verhandlungsposition, wenn der Abnehmer weiß, dass die Ware in jedem Fall zu ihm geliefert wird. Das gilt insbesondere dann, wenn aus logistischen Gründen nur ein oder wenige potenzielle Abnehmer infrage kommen. Befindet sich der Betrieb jedoch in einer Region, in der viele verschiedene Abnehmer um die Ware buhlen und entsprechende Vorkontrakte getätigt wurden, hat der zuletzt genannte Grund weniger Gewicht.

 

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