Waldbauern der Bezirksgruppe Wesel machten auf ihre Situation aufmerksam

Foto: Sabine Aldenhoff

„Vieles ist in der Forstwirtschaft nicht mehr planbar aufgrund des Klimawandels“, so brachte es Jochen Peerenboom, Revierleiter der Frhr. von Nagell’schen Forstverwaltung, auf den Punkt. Sturmschäden, Hitzeschäden und Schädlingsbefall sorgen immer häufiger dafür, dass Holz noch lange vor dem anvisierten Zeitpunkt eingeschlagen werden muss. Damit gehen Einkommensverluste einher und der über Generationen ausgelegte Waldnutzungsrhythmus kommt durchei­nan­der. „48 % der Fichtenwälder sind zerstört“, betonte Reinhard Krebber, Vorsitzender der Bezirksgruppe Wesel im Waldbauernverband NRW e. V., bei einem Pressegespräch am Donnerstag vergangener Woche im Gartroper Wald bei Hünxe.

Ziel der Einladung war es, die Medien auf die Situation im heimischen Wald und die Lage der Waldbauern aufmerksam zu machen. Der Klimawandel sei eine große Herausforderung, die sogar schon einzelne private Waldbesitzer zum Verkauf ihrer Flächen gezwungen hätte. Die Wälder sollen mit verschiedenen und trockenheitsverträglichen Baumarten so umgebaut werden, dass sie zum künftigen Klima passen und ökologisch wertvoller werden. Das erfordert aber Investitionen, die sich frühestens in der kommenden Waldbesit-zergeneration auszahlen werden. Außerdem sei man aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin auf das Nadelholz angewiesen, erläuterte Peerenboom. Das Land NRW fördert mit verschiedenen Programmen Umbaumaßnahmen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Diskutiert wurde bei dem Pressegespräch auch, wie sich für die Waldbesitzer über den Holzverkauf hi­naus Einkommen aus den Wäldern erzielen lassen. Gefordert wird von den Waldbauern deutschlandweit, dass die Ökosystemleistungen des Waldes endlich honoriert werden. Auch die Nutzung von Windenergie kann eine Alternative sein, die aber oft kritisch beäugt werde.

as