Waldbauern mit neuem Vorstand

Foto: Jannik Geisthoff für Waldbauern NRW

Waldbauerntag: Gorißen bekräftigt Unterstützung

 

Die Delegierten des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstag der Vorwoche in Werl Eberhard von Wrede zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Dr. Philipp Freiherr Heereman. Von Wrede hat Forstwissenschaften an der Universität Göttingen studiert und leitet einen eigenen Forstbetrieb im Hochsauerlandkreis. Als ersten stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten Berno von Landsberg-Velen, Waldbesitzer aus dem Bergischen Land und Geschäftsführer der Holzkontor Rhein-Berg-Siegerland. Zur zweiten stellvertretenden Vorsitzenden wurde die Forstingenieurin Johanna Dreps-Kahl aus Lichtenau gewählt.

 

In seiner Antrittsrede sprach sich der neue Waldbauernvorsitzende von Wrede für eine aktive Waldbewirtschaftung verbunden mit einer vorausschauenden Vorsorge für den Wald aus. Das sei der einzige Weg, um die Pariser Klimaziele – Klimaanpassung des Waldes und den Erhalt der CO2-Speicher- und Sub­stitutionsleistung des Waldes – zu erreichen. Weiterhin müssen die CO2-Wald- und Holzspeicher erhalten und ertüchtigt werden. Aktiver Waldbau mit Holzernte ist laut von Wrede der Schlüssel zur Erreichung des Speicher- und Substitutionsziels.

 

NRW-Forstministerin Silke Gorißen bestätigte, dass die Mittel für die forstliche Förderung sehr gut angenommen werden. Allerdings verwies sie auf die aktuelle Haushaltslage. Die Landesregierung müsse priorisieren, wofür die verfügbaren Mottel verwendet werden. „Natürlich hat auch der Waldbesitz dabei seinen Platz“, sagte Gorißen und versicherte, dass dieser „auch in den nächsten Jahren“ unterstützt werde. Allerdings räumte Gorißen im weiteren Verlauf ihrer Rede ein, dass man prüfen werde, den Förderschwerpunkt mehr auf die Pflege klimastabiler Aufforstungen zu verlagern.

 

In seinem Grußwort stellte Erich Gussen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) fest, dass Finanzierung zwar ein wichtiger Aspekt sei, es deswegen aber nicht der Antritt sein sollte, „dass wir unbedingt nur Geld brauchen“. Vielmehr müssten endlich Impulse gegeben und Potenziale aufgedeckt werden, die in unserer Land- und Forstwirtschaft liegen, „sodass wieder mehr Mut da ist, um in die Zukunft zu investieren und zuversichtlich zu sein“.

 

Er sehe in Düsseldorf und Berlin derzeit eine konstruktive Gemengelage vorliegen. Man sei gewillt, Dinge anzugehen. Es gelte, noch vieles anzupacken. Der enge Schulterschluss zwischen Land- und Forstwirten und den beiden Verbänden bilde eine stabile Basis für die Anliegen der Menschen im ländlichen Raum. Gussen zeigte sich überzeugt: „Mit einer gemeinsamen lauten Stimme verschaffen wir unseren Anliegen Gehör.“

 

ds