Wann selektiv trockenstellen?

Foto: Dr. Mark Holsteg

Vor dem Hintergrund der multiresistenten Erreger (MRE), die vor allem in der Humanmedizin erhebliche Probleme bereiten, müssen auch die Milchviehbetriebe den Antibiotikaverbrauch auf ein notwendiges Maß reduzieren. Einsparpotenzial besteht unter anderem bei der Trockenstellung. Wie das selektive Trockenstellen funktioniert, erläutert Dr. Mark Holsteg vom Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
Die generelle Trockenstellung unter antibiotischem Schutz war eine Entwicklung der 1960/70er-Jahre, die zu einer deutlichen Verbesserung der Eutergesundheit geführt hat. Der Erfolg der antibiotischen Trockenstellung beruhte auf dem häufigen Vorkommen von chronischen, teilweise ansteckenden Infektionen mit beispielsweise Galt und schlechten Haltungsbedingungen in der Trockenstehzeit. Mittlerweile haben
sich die Eutergesundheit und die Aufstallung der Trockensteher deutlich verbessert. Trotzdem gibt es heute wie damals Kühe, die eine antibiotische Behandlung benötigen und die Trockenstehzeit ist und bleibt die optimale Phase für eine Therapie des Euters.
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