Warnung vor irreführenden Bezeichnungen

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Die Verwendung von Bezeichnungen wie „Steak“, „Burger“ oder „Wurst“ für auf pflanzlichen Rohstoffen basierenden Fleisch- und Milchersatzprodukten haben sechs EU-Dachverbände des landwirtschaftlichen Berufsstandes, der Fleischverarbeiter und -vermarkter scharf kritisiert. In einer Erklärung warnen unter anderem die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und länd­lichen Genossenschaften (COGECA) ­sowie die Europäische Vieh- und Fleischhandelsunion (UECBV) vor einer Vereinnahmung traditionell aus Fleisch bestehender Spezialitäten durch in der Regel ernährungsphysiologisch „weniger wertvollere“ pflanzliche Ersatzprodukte. Obwohl man anerkenne, dass pflanzliche Erzeugnisse unter Umständen eine Proteinquelle darstellten, hätten diese nicht den gleichen Nährwert wie die tierischen Produkte, die man zu imitieren versuche. Daher sei auch die Darstellung, es handle sich bei den Fleisch­ersatzprodukten um die gesündere Alternative, nicht zu akzeptieren. Darüber hinaus geben die Unterzeichner der Erklärung zu bedenken, dass der vegetarische Fleischersatz häufig hohe Gehalte an Zusatzstoffen, Salz, Zucker und Fett enthalte. Den Herstellern von Fleisch- und Milchimitationen werfen die Dachverbände deshalb eine „aktiv betriebene Marktverzerrung“ vor. Des Weiteren wird die „tiefe kulturelle Verwurzelung“ von Fleischbezeichnungen wie Speck, Schinken, Carpaccio, Steak, Filet, Koteletts oder Salami betont. Viele dieser Spezialitäten wiesen aufgrund der „harten Arbeit“ von Landwirten und Metzgern sowie der unterschiedlichen Bedingungen der verschiedenen Regionen einen „einzigartigen Charakter“ auf. Die sechs EU-Dachverbände pochen daher mit Nachdruck auf einen Schutz dieser Bezeichnungen gemäß dem Vorbild der geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) und geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.).