Was braucht der Winterraps jetzt an Dünger?

Foto: Holger Fechner

Ziel soll im Herbst sein, dass die Rapspflanzen vier Laubblätter und einen Stängeldurchmesser von 4 mm oder mehr vor Vegetationsende entwickelt haben. Diese Bestände haben dann auch kräftige Pfahlwurzeln ausgebildet und können entsprechend große Mengen an verfügbarem Stickstoff binden.

 

Stickstoff im Herbst

 

Der gebundene Stickstoff kann zu Vegetationsende beziehungsweise -anfang ermittelt und auf den Düngebedarf angerechnet werden. Hierfür gibt es verschiedene Methoden: digital mithilfe von Foto-Apps, Sensoren auf dem Schlepper verbaut oder durch Wiegen der Biomasse. Die Pflanzen können bis dato in Abhängigkeit von Witterung, sprich Frost, und Stickstoff-(N)-Versorgungsgrad mehr oder weniger Blattmasse verloren haben. Die Blattmasse ist wenig lignifiziert, also wenig verholzt, sie hat ein enges C/N-Verhältnis und wird entsprechend schnell mineralisiert. Der vormals im Blatt gebundene Stickstoff steht den Pflanzen dann über den Weg der Wurzel wieder zur Verfügung – er geht somit nicht verloren.

 

Winterraps wird vorwiegend auf mittleren und schweren Böden kultiviert, weswegen der mineralisierte Stickstoff weniger schnell verlagert wird. Entwickeln sich die Bestände normal, entziehen sie dem Oberboden nahezu den gesamten mineralischen Stickstoff. Wenn sich bei stetigem Wachstum ein Mangel an Stickstoff einstellt, entwickeln sich aufgehellte, blass grüne bis hin zu gelben (chlorotischen) Blättern. Bei älteren Blättern ergibt sich nicht selten eine vio­lette Färbung.

 

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