Was steht da in Reihen?

Foto: Michael Dickeduisberg

Immer mehr Reihen von Agri-Photovoltaikanlagen (Agri-PV) und Agroforststreifen ­entstehen auf landwirtschaftlichen Flächen. Am Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft (VBZL) Haus Düsse werden Erfahrungen für die Praxis gesammelt und geteilt. Michael Dickeduisberg, Landwirtschaftskammer NRW, gibt dazu einen Überblick.

 

In Streifen scheinen sie willkürlich im Feld zu stehen und den Ackerbau zu behindern. Doch die Ausrichtung und Anlage folgt einem konsequenten Plan. Die Agri-PV- und Agroforst-Anlagen verbinden landwirtschaftliche Produktion mit anderen Erträgen wie Elektrizität oder Holz. Durch die Kombination sollen Flächenkonkurrenzen vermieden und sogar positive Effekte gefördert werden.

 

Wieso PV in Streifen?

 

Klassische Freiflächen-Photovoltaikanlagen stehen in der Kritik, landwirtschaftliche Produktion von Lebensmitteln zu verdrängen und die wirtschaftliche Situation landwirtschaftlicher Betriebe durch den Wegfall von Pachtflächen negativ zu beeinflussen. Zudem hat sich die Verfügbarkeit von PV-Strom durch die hohe Anzahl nach Süden ausgerichteter Anlagen auf ein Maximum um die Mittagszeit und Bedarf in den Morgen- und Abendstunden konzentriert. Bedingt durch den starken Zubau von PV-Anlagen und die Vermarktung des Stroms an der Strombörse ließe sich Strom in den Morgen- und Abendstunden besser vermarkten als zur Mittagszeit.

 

Diese Punkte ziehen Agri-PV-Anlagen in Betracht. Die Zaunreihen verlaufen in der Regel in Nord-Süd-Richtung, wodurch die Module sehr gut Sonnenlicht beim Aufgang am Morgen und Untergang am Abend aufnehmen können. Die Bifazialen-Module sind beidseitig nutzbar, sodass ein Modul sowohl Sonneneinstrahlung von der einen wie auch von der anderen Seite nutzen kann. Dieser Strom kann in den Tagesrandstunden deutlich besser vermarktet werden. So liegt der Börsenpreis im Sommer zwischen 5 und 9 Uhr oder 19 und 21 Uhr häufig bei etwa 10 ct/kWh, in der Mittagszeit von 11 bis 14 Uhr jedoch nur bei 1 ct/kWh. Als Nebeneffekt wird die landwirtschaftliche Produktion erhalten.

 

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