In der Reihe „Heimatflimmern“ veröffentlichte der WDR am 14. Mai einen einminütigen Beitrag auf der WDR-Facebook-Seite zum Thema „Trügerische Augenweide – Rapsblüte in NRW“. Zahlreiche Landwirte ärgerten sich sehr über die falschen Aussagen rund um den Raps: Hummeln und Bienen würden süchtig nach dem süßen Nektar, durch die Rapsbestäubung „vergessen sie dabei die vielen andere Pflanzen“, „Wildblumen kommen zu kurz und vermehren sich nicht mehr“, dies sei die „Schattenseite der gelbleuchtenden Monokultur“. Die Landwirte kommentierten den Beitrag auf Facebook und machten ihrem Ärger Luft.
Vier Tage später ergänzte der WDR auf seiner Facebook-Seite eine Korrektur: „Im Beitrag werden angesichts großer Flächen gelb blühender Rapsfelder diese irrtümlicherweise als Monokultur bezeichnet. Das ist nicht richtig. Wir bitten dies zu entschuldigen, können aber leider im Nachhinein ein Video nicht korrigieren.“ Daraufhin schrieb der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) einen Brief an die Redaktion und forderte eine Richtigstellung. „Als öffentlich-rechtlicher Sender gehört es zu Ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht, Inhalte zu recherchieren und fachlich richtig darzustellen. Wir bitten Sie daher, den Film umgehend und sofort von der Facebook-Seite und aus der Mediathek zu löschen!“, hieß es in dem Schreiben.
Auch die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) reagierte mit scharfer Kritik in einer Pressemitteilung und wies darauf hin, dass es bekannt sei, dass Raps in erster Linie von Honigbienen beflogen werde. Der Vorwurf, dass Bienen bei der Rapsbestäubung andere Pflanzen „vergessen“, zu bestäuben, hätte laut UFOP mit einem Blick auf verfügbare Informationsquellen leicht widerlegt werden können. Sachlich richtig sei, dass Bienen „blütenstet“ seien, sie also diese Trachtquelle so lange anfliegen, solange dort Nektar beziehungsweise Pollen verfügbar seien. Das machten Wildbienen auch, sofern diese nicht auf bestimmte Blühpflanzen angewiesen seien. Raps sei für die Imker als Trachtpflanze für den Stockaufbau und für den wirtschaftlichen Honigertrag wichtig, betonte die Förderunion. In Medien sei deshalb wiederholt der Rückgang des Rapsanbaus in einigen Regionen beklagt worden.
Es sei bekannt, dass Raps in erster Linie von Honigbienen beflogen werde, erklärte die UFOP weiter. Wildbienen, die im Wesentlichen Blütenpflanzen auf Wiesen anflögen, seien in Rapsbeständen eher selten. Eine aktuelle Studie habe belegt, dass die Bestäubung von Apfelbäumen nicht unter dem benachbarten Rapsanbau leide, da zwar die Honigbienen verstärkt in den Raps fliegen würden, die Wildbienen aber bei der Apfelbestäubung dies kompensiert hätten, während die Befliegung in den Apfelplantagen mit Hummeln gleich geblieben sei. Bei blühenden Wiesen dürfte es mindestens eine Analogie geben, sodass man sogar davon sprechen könne, dass im Hinblick auf die Bestäubung von Wildblumen der Rapsanbau die Konkurrenz für die Wildbienen auch vermindere.
Das Video ist anzuschauen unter: https://facebook.com/heimatflimmern/videos/216149189909325.
ah