Web-Brunch zur Einkommensdiversifizierung

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Nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern das Risiko durch verschiedene Standbeine zu minimieren – das ist einer der Wege, um landwirtschaftliche Betriebe zukunftsfit aufzustellen. Diese Einkommensdiversifizierung nahmen der Bund der Deutschen Landjugend (BDL), der Deutsche Bauernverband (DBV) und das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) am 25. Juni bei ihrer Web-Brunch-Premiere in den Blick. Unter dem Motto „Viel hilft viel? Betriebsdiversifizierung heute für morgen“ hatten sie den agrarischen Nachwuchs eingeladen, Zukunftsperspektiven zu diskutieren.

Natürlich war allen dort klar, dass es kein Patentrezept geben würde. Das bestätigte auch Existenzgründerin und CeresAward-Gewinnerin Magdalena Zelder in ihrem Vortrag. Gemeinsam mit ihrem Mann erwirtschaftet sie auf ihrem „Berlingerhof“ mit Milchvieh und Grüngut-Annahmestelle etwa zwei Drittel ihres Einkommens. Das verbleibende Drittel kommt vom Hofladen – unter anderem dafür hält die Familie 720 Legehennen in Mobilställen – und dem Lernort Bauernhof. Die leidenschaftliche Junglandwirtin teilte ihr Erfahrungswissen gern mit den Gästen im Web-Brunch und scheute sich auch nicht, konkrete Stolpersteine und wichtige Planungsschritte zu benennen. Zugleich machte sie sehr deutlich, dass es wichtig bleibe, selbst als Landwirtin und Unternehmerin über die Art der Betriebsführung bestimmen zu können.

Ihren praktischen Einstieg mit guten Tipps zu Vernetzung und hilfreichen Behördengängen ergänzte Dr. Andrea Tausch vom Bundeslandwirtschaftsministerium. Sie stellte die Förderprogramme des Bundes zur Einkommensdiversifizierung vor, lieferte unterschiedliche Beispiele für Unterstützung und stellte die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vor, die einen Ausgangspunkt für die Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten bilden kann. Sie ist zu finden unter www.foerderdatenbank.de.

Dann splittete sich der Web-Brunch in kleinere Austauschrunden, die den Förderdschungel und eigene Einkommens­alternativen diskutierten. Sehr deutlich wurde in den Debatten, dass die Konzentration auf die Region klare Vorteile birgt. Für die jungen Leute stand nach dem Web-Brunch fest: Die Betriebsdiversifikation ist eine Chance zur zusätzlichen finanziellen Absicherung ihrer Höfe.

„Es braucht vor allem einen besseren Zugang zu Informationen. Die landwirtschaftliche Beratung muss an dieser Stelle stärker ausgebaut werden“, zog der stellvertretende BDL-Vorsitzende Stefan Schmidt das Fazit der motivierenden Web-Tagung. Es könne nicht sein, dass sich an Förderung Interessierte an eine Vielzahl von Stellen wenden müssen, um die Förderpotenziale für ihren Hof aufzuspüren. „Letztlich müssen die Einkommensalternativen zum Hof und in die Region passen – da sind die Voraussetzungen nicht bei jedem gleich. Wir können unsere Zukunft nur selbst gestalten, wenn wir das realistisch angehen und die verschiedenen Möglichkeiten kennen. Einfach durchwursteln geht nicht“, stellte der Junglandwirt fest. BDL