Weidegras ist das günstigste Futtermittel für Wiederkäuer und stellt in Zeiten hohen Preisdrucks eine Möglichkeit dar, die Futterkosten zu senken. Wie der Weideaustrieb jetzt im Frühjahr zu einer erfolgreichen Weidehaltung entscheidend beitragen kann, erklärt Anne Verhoeven von der Landwirtschaftskammer NRW.
Grünfutter gilt als wichtigste einheimische Eiweißquelle, sofern die Nutzung der Weide frühzeitig erfolgt. Mit zunehmender Vegetationsdauer schwinden Eiweißgehalt und Verdaulichkeit des Weideaufwuchses. Der rechtzeitige Weideaustrieb im Frühjahr ist entscheidend für eine erfolgreiche Weidehaltung. Die Kühe ernten die junge Weide mit hoher Futterqualität klimafreundlich ohne Schleppereinsatz und Dieselverbrauch. Zudem ermöglicht die hohe Verdaulichkeit von jungem Weidegras vor allem im Frühjahr eine deutliche Kraftfutterreduktion. Das senkt die Produktionskosten.
Weniger Ammoniakverluste
Weidehaltung wirkt vielfach positiv auf die Umwelt. Da Kot und Harn auf der Weide getrennt anfallen, können zudem die Ammoniakverluste um bis zu 50 % gegenüber einer Gülleausbringung reduziert werden. Ebenso bietet die Weide Vorteile hinsichtlich einer höheren Biodiversität: Kotfladen stellen Lebensräume für zahlreiche Insekten und Pilze dar und können in einer Weideperiode bis zu 100 kg Insektenmasse bilden. Werden Ackerflächen in Weiden umgewandelt, führt dies sogar zu einer Kohlenstoffanreicherung im Boden und mindert die Bodenerosion. Außerdem kann diese uralte Form der Nutztierhaltung auch heute ökonomisch erfolgreich sein und ist am Ende ein Gewinn für Mensch und Tier: artgerecht, ressourcenschonend und klimafreundlich.
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