Das traut sich nicht jeder. Um mehr über die Milchverarbeitung zu lernen und in einem großen Betrieb mit moderner Technik zu arbeiten, ist Angelos Pantelidis nach Deutschland ausgewandert. Der gebürtige Grieche stammt aus Thessaloniki und hat dort Lebensmitteltechnologie studiert. Während des Studiums hat er ein sechsmonatiges Praktikum in einer kleinen Molkerei absolviert. Direkt nebenan wurden Kühe gehalten, die die Milch für die Verarbeitung produziert haben. „Etwa 1 000 l Trinkmilch und 1 000 l Joghurt sind pro Tag verarbeitet worden“, erzählt der 30-Jährige. Er war so begeistert von dem Praktikum, dass er sich entschied, weiter in dem Bereich zu arbeiten und dafür nach Deutschland zu gehen.
„Ich habe erst mal Deutsch gelernt und dann nach einem Arbeitsplatz gesucht“, berichtet Angelos Pantelidis. Daraufhin hat er die Ausbildung zum Milchtechnologen bei der Moers Frischeprodukte GmbH & Co. KG in Moers begonnen und im Sommer 2022 erfolgreich abgeschlossen. Anschließend wurde der Milchtechnologe übernommen und ist weiterhin dort tätig.
Arbeiten mit verschiedenen Rohstoffen
Zu seinen Hauptaufgaben zählen die Annahme der flüssigen Rohstoffe, das Pasteurisieren der Milch und die Joghurtherstellung. „Ich bereite die Milch für die weitere Verarbeitung vor. Wir arbeiten aber auch mit anderen Rohstoffen und stellen einige vegane Produkte her, zum Beispiel Sojajoghurt und vegane Crème fraîche“, erläutert er. An seinem Job gefällt ihm besonders, dass kein Tag wie der andere ist. Dazu trägt auch die Arbeit im Schichtbetrieb mit abwechselnden Früh-, Spät- oder Nachtschichten bei. „Die Arbeitszeiten finde ich persönlich sehr gut und kann mir nicht vorstellen, mein ganzes Leben lang jeden Tag immer von 8 bis 16 Uhr zu arbeiten“, meint Angelos Pantelidis. Die Ausbildung, die der Milchtechnologe durchlaufen hat, stuft er als anspruchsvoll ein, „aber man hat damit eine gute Zukunft in der Milchindustrie und große Chancen, nach der Ausbildung im Betrieb bleiben zu können.“
Viel gelernt
Für den theoretischen Teil der Ausbildung hat er die Berufsbildende Schule III in Oldenburg besucht. Allerdings hat der Milchtechnologe auch außerhalb des Unterrichts viel Zeit in das Lernen und die Verbesserung seiner Deutschkenntnisse investiert. „Ich habe jeden Tag etwa drei Stunden gelernt und dadurch viele neue Wörter gelernt“, erzählt der 30-Jährige. Seine Mühe hat sich am Ende ausgezahlt und er konnte die Ausbildung mit einer Note von 1,5 abschließen. Damit war er im vergangenen Jahr der beste Milchtechnologe in NRW und wurde von der Landwirtschaftskammer mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet.
In Zukunft möchte er in seinem jetzigen Job bei Moers Frischeprodukte noch mehr Erfahrungen sammeln. „Ich bin sehr zufrieden hier, weil unser Betrieb größer wird und wir immer neue Produkte herstellen, sodass man wirklich viel lernen kann. Im Trend sind vor allem Eiweißprodukte und vegane Produkte“, erklärt der gebürtige Grieche.
kj
Milchtechnologe
Aus Milch kann man eine Menge machen: Trinkmilch, Joghurt, Quark, Butter, Sahne, Käse und mehr. Milchtechnologinnen und Milchtechnologen verarbeiten das Lebensmittel Milch zur Herstellung dieser Produkte. Sie bedienen computergesteuerte Maschinen, sorgen für eine störungsfreie Produktion, erkennen Qualitätsmängel und technische Fehler und beseitigen diese selbstständig. Milchtechnologinnen und Milchtechnologen planen und kontrollieren Abläufe in der Milchverarbeitung bis hin zur Verpackung und Einlagerung der verderblichen Produkte. Die berufsbildende Schule der niedersächsischen Stadt Oldenburg ist der nahegelegenste Schulstandort für Milchtechnologen aus NRW. Nach der Ausbildung sind Fortbildungen zum Techniker in der Milchwirtschaft oder zum Molkereimeister möglich. Weitere Informationen finden Sie unter www.landwirtschaftskammer.de in der Rubrik Berufsbildung.