In NRW geht die Anbaufläche für Wintertriticale weiter zurück und lag zur Ernte 2023 nur noch bei etwa 51 000 ha. Der Anbau von Winterroggen hingegen hat erneut deutlich zugenommen und erreichte mit etwa 43 000 ha den höchsten Stand seit über 30 Jahren. Dazu könnten die geringeren bodenklimatischen Ansprüche des Roggens und der sortenabhängig höhere Pflanzenschutzbedarf der Triticale beigetragen haben. Johannes Roeb und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW, stellen die Ergebnisse der Landessortenversuche vor.
Wintertriticale und Winterroggen stehen oft auf den schwierigeren Standorten, auf denen sich Weizen nicht zuverlässig anbauen lässt, oder am Ende der Fruchtfolge. Die insgesamt eher enttäuschende Ernte bei Wintertriticale und die überwiegend durchschnittlichen Erträge im Winterroggen lassen sich auch auf diesen Umstand zurückführen. Beide Kulturen entwickelten aufgrund der warmen Herbstwitterung und auch bei normalen bis späteren Aussaatterminen sehr dichte Bestände. Diese reduzierten sich während des relativ kalten und feuchten Frühlings oft umso stärker und litten darüber hinaus unter einem höheren Krankheitsdruck. Wintertriticale zeigte besonders in anfälligeren Sorten einen frühen und starken Befall mit Mehltau oder Rhynchosporium. Beim Winterroggen hingen dominierten Rhynchosporium und Braunrost, der sich bereits im Herbst in den Beständen etablieren konnte und daher im Frühling einen gezielten Fungizideinsatz erforderte.
Davon unabhängig zeigte sich im weiteren Saisonverlauf, dass die feuchtwarme Herbstwitterung auch zu einer stärkeren Infektion mit Fußkrankheiten und insbesondere Schwarzbeinigkeit beigetragen hat. Der kalte und nasse Frühling und die anschließende Trockenphase begünstigten die Schadwirkung. Auch einige Roggenbestände waren deutlich betroffen, obwohl Roggen im Vergleich zur Wintertriticale als deutlich weniger empfindlich gilt. Die witterungsbedingt oft verzögerte organische Düngung und eine infolge des kalten Frühlings relativ späte Mineralisation trugen ebenfalls dazu bei, dass sich vor allem die anspruchsvollere Triticale nicht optimal entwickeln konnte.
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