Wenig Essen, viele Muskeln

Foto: Sigrid Tinz

Schlank sein, fit sein – das Streben danach kann vor allem junge Menschen krank machen und zu Anorexie, Bulimie, Binge-Eating oder Muskelsucht führen. Bereits bei kleinen Kindern lässt sich dem gut vorbeugen; und wenn es erste Anzeichen gibt, sollten Eltern handeln.

Wenn ein 12-jähriges Kind nicht mehr versessen ist auf Eis, Gummibärchen und Schokolade, statt Pommes und Pizza lieber Obst und Gemüse essen will und jeden Tag Sport macht, freut man sich als Eltern vielleicht: Endlich hat der träge Nachwuchs die Sache mit der gesunden Ernährung und Lebensweise verstanden! Manchmal ist das auch so. Manchmal steht die Familie aber auch vor ganz neuen Themen: Wenn das Kind nach jeder Mahlzeit auf die Waage steigt oder sich Proteinpulver in jedes Essen mischt, nicht mehr am Familienessen teilnimmt, sondern immer schon „bei Freunden was gegessen hat“, wenn sich im Sportrucksack statt verschwitzter Sachen haufenweise leere Chipstüten finden, wenn es generell nur noch ums Aussehen, um Gewicht und Figur geht – ist das dann noch gesund oder schon eine Essstörung?

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts ist ein knappes Viertel aller 11- bis 17-Jährigen von krankhaften Essstörungen betroffen. Mädchen erkranken mehr an Magersucht und Bulimie, die sogenannte Muskelsucht betrifft eher Jungen, die Binge-Eating-Störung betrifft beide Geschlechter. Den einen Grund für eine solche Erkrankung gibt es nicht. Aber es gibt vielschichtige, gut erforschte Risikofaktoren: wenig Selbstwertgefühl, hoher Perfektionsanspruch, Leistungsdruck. Generell viel Druck und Stress, vor allem wenn das Kind keine geeigneten Strategien kennt, damit umzugehen. Auch traumatische Erlebnisse wie Mobbing, sexueller Missbrauch, Trennung der Eltern oder Todesfälle in der Familie sind Risikofaktoren.

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