Nur gut ein Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe in der Europäischen Union wurde 2016 verantwortlich von Frauen geleitet. Dies geht aus kürzlich veröffentlichten Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervor. Demnach hatten auf den insgesamt erfassten 10,47 Mio. Höfen in der Gemeinschaft 2,98 Mio. Frauen beziehungsweise 28,4 % das Sagen. Die höchsten Anteile weiblicher Manager wurden dabei mit jeweils 44,9 % für Lettland und Litauen ausgewiesen, gefolgt von Rumänien mit 33,5 %. In Deutschland waren nach Angaben der Statistiker aus Luxemburg von den 276 120 Betriebsleitern nur 9,6 % weiblich. Unterboten wurde dieser Anteil von Dänemark mit 7,7 % und den Niederlanden mit 5,2 %. Aus der Erhebung geht außerdem hervor, dass auch jüngere Menschen unter 40 Jahren vergleichsweise wenig Verantwortung auf den landwirtschaftlichen Betrieben in der EU tragen; ihr Anteil lag 2016 bei 10,6 %. Die operativen Entscheidungen fällten dagegen zu 58 % Personen über 55 Jahre. Relativ gesehen waren jüngere Betriebsleiter mit jeweils gut 20 % am häufigsten in Polen und Österreich anzutreffen. In Frankreich und Deutschland lag der Anteil der Junglandwirte in Verantwortung mit 15,6 % beziehungsweise 14,7 % über dem EU-Durchschnitt. Ältere Bauern waren vor allem in Zypern, Portugal und dem Vereinigten Königreich beheimatet.