Eigentlich stand der Titel für die Frühjahrstagung des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV) schon seit Monaten fest: „Zukünftiger Fleischkonsum – Auswirkungen für tierhaltende Betriebe“. Um den Einfluss des rückläufigen Fleischkonsums auf den Markt für Fleisch und Fleischprodukte und vor allen Dingen auf die landwirtschaftlichen Betriebe sollte es gehen. Dabei war das Thema aktueller denn je. „Unter dem Aspekt des Ukraine-Kriegs gewinnt wegen einer möglicherweise knapperen Ernährung der Fleischkonsum eine ganz neue Dimension“, betonte RhLV-Präsidentin Jutta Kuhles zu Beginn der Tagung, die am Mittwoch vergangener Woche in der Deula Rheinland in Kempen stattfand. Und das Thema kam an. 75 Landfrauen waren zur Tagung erschienen und nutzten die Chance zur Diskussion mit den Expertinnen und Experten. Einen kleinen Wermutstropfen hatte die Veranstaltung allerdings: NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser wollte eigentlich bei der Tagung dabei sein, musste aber aufgrund einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung des NRW-Landtags zur Ukraine-Krise dann doch absagen.
Dass aus Klima- und Gesundheitsgründen ein Umdenken in der Ernährung dringend erforderlich ist, machte Dr. Margareta Büning-Fesel, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE), in ihrem Vortrag deutlich. „Ein ‚Weiter soʻ darf es nicht geben. Es ist Zeit zu handeln“, so die Ökotrophologin. Was den Fleischkonsum anbelangt, so empfehle die Wissenschaft in jedem Fall eine Reduzierung des Fleischkonsums. „Niemand empfiehlt aber eine komplett fleischfreie Ernährung“, erläuterte Büning-Fesel, die selbst Vegetarierin ist. Dies gehe unter anderem aus dem Speiseplan der Zukunft hervor, den die Wissenschaftler der EAT-Lancet-Kommission mit der Planetary Health Diet entwickelt hätten. „Dieser Speiseplan soll eine gesundheitsförderliche und umweltgerechte Ernährungsweise aufzeigen.“ Er unterscheide sich dabei gar nicht so sehr von den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), erläuterte die Leiterin des BZfE.
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